Lockerungen
«Wir können nicht jahrelang Masken tragen» oder «wir wollen keinen Jojo-Effekt»: SVP-Nationalrat Burgherr gegen SP-Nationalrätin Feri

Im Talk von Tele M1 diskutierten die Aargauer SP-Nationalrätin Yvonne Feri und der Aargauer SVP-Nationalrat Thomas Burgherr über die Maskenpflicht. Einig wurden sie sich nicht, stichelten dafür gegen die Partei des jeweils anderen.

Raphael Karpf
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Yvonne Feri und Thomas Burgherr im Studio von Tele M1.

Tele M1

Am Mittwoch wird der Bundesrat weitere Lockerungen ankündigen. Die SVP verlangt, dass sämtliche Massnahmen abgeschafft werden. Das heisst, auch die Maskenpflicht, und zwar überall. Die SP ist zurückhaltender: Lockerungen ja, aber nur dort, wo sie möglich sind.

Im öffentlichen Verkehr, in den Läden, am Arbeitsplatz: Wo überall braucht es noch Masken? Über diese Frage diskutierten am Dienstagabend die Aargauer SP-Nationalrätin Yvonne Feri und der Aargauer SVP-Nationalrat Thomas Burgherr im Talk von Tele M1.

Beide blieben in der Diskussion auf Parteilinie. Burgherr sagte:

«Wir können nicht jahrelang Masken tragen. Die Situation lässt es jetzt zu, dass wir sie jetzt ablegen.»

Feri meinte:

«Man kann die Maskenpflicht sicher lockern. Aber nicht zu fest. Wir wollen keinen Jojo-Effekt.»

Burgherr zog als Argumente staatspolitische Überlegungen heran. Seit über einem Jahr ist die Schweiz in einer besonderen Lage. Das entspreche nicht unserer Demokratie, so der SVP-Nationalrat. Und die Masken würden nicht unserem Lebensstil entsprechen: «Wir wollen uns nicht verstecken, sondern einander in die Augen schauen. Die Lage lässt es jetzt wirklich zu, dass wir wieder zur Demokratie übergehen.»

Was verbindet Masken und Demokratie?

Das liess Feri nicht unwidersprochen: «Ich sehe die Diskrepanz zwischen Masken und Demokratie nicht.» Sie räumte zwar politische Defizite ein: Dass das Parlament kurzzeitig ausser Gefecht gesetzt worden sei, sei unschön. Künftig müsste man Wege finden, dass auch in Pandemiezeiten ein starkes Parlament mitbestimmen könne. «Das hat aber doch nichts damit zu tun, ob wir jetzt noch Masken tragen», fand die SP-Nationalrätin.

Für Feri ist klar: lockern könne man Massnahmen durchaus. Aber eben nur dort, wo es der Bundesrat mit seinen Beratern für angemessen hält. Einen Jojo-Effekt mit steigenden Zahlen im Herbst will Yvonne Feri auf jeden Fall verhindern. Ausserdem:

«Mir fällt kein Zacke aus der Krone, wenn ich eine Maske anziehe, wenn ich in den Zug einsteige.»

Darauf entgegnete Thomas Burgherr:

«Ich habe manchmal wirklich das Gefühl, Politiker meinten, sie seien schlauer als die Bürger. Das stimmt nicht.»

Wer Masken anziehen wolle, könne das weiterhin tun. In Eigenverantwortung. Aber der Zwang müsse auf alle Fälle weg. Auch da widersprach Feri: Das mit der Eigenverantwortung habe ja zum Beispiel vergangenen Sommer bei den Lockerungen gerade nicht geklappt.

Wie steht es um die Vorbildfunktion?

Die Bundesparlamentarier können im Bundeshaus an ihrem Platz die Masken ausziehen. Im Aargauer Grossen Rat müssen sie anbehalten werden. Grossratspräsident Pascal Furer hatte die Pflicht letzte Woche für eine Sitzung abgeschafft. Doch nun krebste er zurück, am Dienstag waren die Masken wieder obligatorisch.

«Manchmal braucht es Mut für Entscheidungen», lobte Burgherr das Vorgehen seines Parteikollegen Furer. Furer selbst stichelte im Grossen Rat gegen den Bundesrat: Hoffentlich werde dieser bald Regeln erlassen, die er auch selbst einhalten würde.

«Das sind wir uns von der SVP schon gewohnt», meinte Feri. Die Partei gebe immer dem Bundesrat und besonders Alain Berset die Schuld. Worauf Burgherr zurück stichelte: «Die Linken wollen die Massnahmen so lange beibehalten, damit der Staat die Gesellschaft verändern kann.» Da begannen beide, sich gegenseitig ins Wort zu fallen. Unterbrochen wurden sie schliesslich von Moderator Adrian Remund. Die Sendung war zu Ende.

Feri gegen Burgherr – der ganze Talk: