Littering
Littering: Das Büssen von Abfall-Sündern ist fast unmöglich

Im Kampf gegen Littering haben viele Gemeinden im Aargau Bussen eingeführt, die das Problem hemmen sollen. Die Verteilung der Bussen erwies sich als schwierig. Die Gemeinden sind sich über den Erfolg von Geldbussen gegen Littering uneinig.

Kim Ghilardi und Sarah Künzli
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Keystone

Die Entsorgung von liegengelassenem Müll kostete den Kanton Aargau 2011 mehr als eine Million Franken. Die Kosten und der Aufwand für die Entsorgung steigen jedes Jahr um rund zehn Prozent an. Doch nicht nur die Gemeinden im Aargau müssen für Littering aufkommen sondern auch die Verursacher. Denn: In vielen Gemeinden wurde eine Busse für Littering eingeführt.

Positives Feedback der Bevölkerung

Seit 2009 zahlen Littering-Sünder in den Gemeinden Büttikon, Dintikon, Dottikon, Hägglingen, Uezwil, Villmergen, Waltenschwil und Wohlen eine Busse von 50 Franken wenn die Regionalpolizei sie in flagranti erwischt. Seit der Einführung der Strafe hat es einzelne Bussen gegeben, bestätigt Marco Feil von der Regionalpolizei Wohlen. Das Feedback aus der Bevölkerung sei bisher positiv.

Stefan Eichenberger, Sachbearbeiter der Regionalpolizei Lenzburg ist überzeugt, dass die Geldbusse eine Besserung bringt. Die Schwierigkeit sei lediglich das Feststellen der Tat. «Man muss die Leute in flagranti erwischen», sagt er. In Lenzburg gilt die Regelung, wer bis zu 5 Liter Abfall hinterlässt, muss 50 Franken zahlen. Bei mehr Abfall steigt die Busse auf 100 Franken.

Nachweis für Littering ist fast unmöglich

Auch Hansueli Loosli, Leiter der Regionalpolizei des unteren Fricktals sieht den Nachweis für Littering als fast unmöglich. Ausser dem Rheinufer im Sommer gäbe es keine prädestinierten Plätze für Kontrollen. «Im Sommer patrouilliert ein Sicherheitsdienst und Plakate sind aufgestellt», erklärt er.

Die Massnahmen gegen Littering gehen am Rheinufer sogar noch weiter: Die Gemeinde Stein verbietet am Uferabschnitt nämlich nicht nur Littering, sondern bestraft auch schon das Mitführen von Glasbehältern und Glasflaschen. Und tatsächlich habe es genutzt und Verbesserungen seien festgestellt worden. Es sei aber eine Frage der Nachhaltigkeit, sagt Hansueli Loosli weiter.

Der Effekt ist verflogen

Die Nachhaltigkeit wurde in Baden zum Problem. Vor zwei Jahren habe man mit Geldbussen angefangen, sagt Max Roman Pressesprecher der Stadtpolizei Baden. «Damals hat man sogar auf dem Theaterplatz Beamte in Zivil postiert, die dann Schüler gebüsst haben, die Abfall auf die Strassen geworfen haben», sagt er weiter. Doch das Ganze hat nichts gebracht: «Mittlerweilen ist der Effekt verflogen und alles ist wieder beim Alten.»