Als die Alpine Air Ambulance (AAA) 2012 auf dem Flugplatz Birrfeld eine Basis eröffnete und einen Rettungshelikopter stationierte, gingen die Wogen hoch. Dies unter anderem, weil der TCS beteiligt, und der Heli entsprechend beschriftet war. Denn bis dahin war Luftrettung im Aargau Sache der Rettungsflugwacht (Rega). Die Frage, wer jetzt bei Notfällen aufzubieten sei, wurde hitzig diskutiert. Ende 2015 zog sich der TCS überraschend zurück, der gelbe Heli «Lions 1» blieb jedoch im Birrfeld.

Dieser Entscheid hat sich offensichtlich gelohnt. Der Streit «gelber oder roter Heli» scheint ausgestanden. Jetzt, nach sechs Jahren im Aargau, zieht AAA eine positive Zwischenbilanz. 2017 stand im Zeichen der Konsolidierung und des Leistungsausbaus, sagte der Delegierte des Verwaltungsrates und CEO Jürg Fleischmann gestern in der frisch erneuerten und erweiterten Helibasis auf dem Flugplatz Birrfeld.

Neuer Hangar für Rettungsheli-Crew auf Birrfeld

Neuer Hangar für Rettungsheli-Crew auf Birrfeld

Mit knapp 3300 Transporten habe das AAA-Team die Zahl der Einsätze um ein Viertel steigern können. Im laufenden Jahr zeigt die Tendenz erneut nach oben. 1250 waren Lufttransporte mit den Helikoptern «Lions 1», «Lions 3» und anderen, dem Ambulanzjet oder Linienrepatriierungen. Weitere 800 Einsätze erfolgten für Organtransporte. Dazu kamen 1400 bodengebundene Patiententransporte.

Der im Birrfeld stationierte «Lions 1» wurde letztes Jahr insgesamt 936-mal aufgeboten – 816 davon waren Primär-, also Rettungseinsätze. Grund für die Einsätze sei, dass jetzt in immer mehr 144-Rettungszentralen angezeigt werde, welche Maschine am schnellsten vor Ort ist, so Fleischmann.

In drei, vier Minuten in der Luft

Kurze Flugzeiten erhöhen die Über- lebenschancen und senken das Risiko von Folgeschäden bei Verletzten und akut Erkrankten. Dies sagte AAA-Chefarzt Reto Stocker, Facharzt bei der Hirslanden Gruppe. Die Helicrew im Birrfeld rücke am Tag in durchschnittlich drei bis vier Minuten aus, in der Nacht in weniger als zehn Minuten. Im Aargau ist der Helikopter tagsüber in 12 Minuten vor Ort.

Über 85 Prozent aller Einsätze erfolgen im Zeitraum zwischen 6 Uhr morgens und 22 Uhr abends. Patienten erreichen das Spital innerhalb einer Stunde. Qualität stehe im Fokus, wurde betont. Für die medizinische Betreuung kämen ausschliesslich Fachärzte mit langjähriger Erfahrung sowie diplomierte Rettungssanitäter mit einer Zusatzausbildung zum Einsatz.

Im Kanton Aargau ist die Firma mit dem Helikopter «Lions 1» seit Frühjahr 2013 in das Rettungsnetz 144 eingebunden und führt von der Basis Birrfeld aus Primärrettungen durch. So trägt die AAA seit 2013 mit über 30 Mitarbeitenden rund um die Uhr zur medizinischen Notfallversorgung des Aargaus sowie der umliegenden Kantone und sogar von Teilen von Baden-Württemberg bei.

Jahrelang logierte die Rettungscrew im Birrfeld unter räumlich und sanitarisch sehr unbefriedigenden Umständen. Jetzt hat sie einen von AAA umgebauten und erweiterten Hangar zur Verfügung. Hangar und Betriebsgebäude sind nun unter einem Dach.

Rettungskarte AAA 144

Die Alpine Air Ambulance biete mit der neuen Rettungskarte AAA 144 einen Rundumschutz für Rettung, Bergung sowie Repatriierung im In- und Ausland an, sagte Fleischmann weiter. Viele wüssten nämlich nicht, dass reguläre Krankenversicherungen in der Schweiz nur 50 Prozent der Einsatzkosten des Rettungsdienstes zahlen. Die Unfallversicherung übernimmt die vollen Kosten für Rettungseinsätze, wenn die Patienten Arbeitnehmer sind, die mehr als acht Stunden pro Woche arbeiten. Kinder, Schüler, Hausfrauen oder auch Rentner sind in der Basisversicherung jedoch nicht voll abgedeckt.

Heute Tag der offenen Basis

Die Rettungs- und Ambulanzfirma AAA lädt die Bevölkerung heute Samstag zwischen 10 und 16 Uhr zum Tag der offenen Basis auf dem Flugplatz Birrfeld ein. Zusätzlich zu den Besichtigungen werden Attraktionen wie ein Helikopter-Simulator und eine Hüpfburg für die Kleinen in Aussicht gestellt. Präsent sein werden auch Partnerorganisationen wie die DRF Luftrettung, sowie mehrere Rettungsdienste.