Kommentar

Liebschaft mit Schülerin oder Schüler: Hier muss eine Lehrperson Nein sagen

Bei Liebschaften mit Schülerinnen und Schülern muss ein Lehrer klar und deutlich Nein sagen (Symbolbild)

Ein Lehrer steht gegenüber seinen Schülerinnen und Schüler in der Verantwortung. Diese muss er in jeder Situation wahrnehmen

Dass sich ein Schüler in seine Lehrerin verliebt oder eine Studentin ihren Dozenten anhimmelt, ist nicht ungewöhnlich. Das bekannteste Beispiel ist das französische Präsidentenpaar Macron. Der 15-jährige Emmanuel verliebte sich 1993 in seine Lehrerin Brigitte. Diese war damals 39-jährig und wurde später Macrons Ehefrau. Ein Verhältnis an der Schule, wie im Fall Wettingen, hatten sie aber nicht.

Brigitte sei zwar fasziniert gewesen von den Fähigkeiten ihres Schülers, heisst es in Berichten über das Paar. Und offenbar geriet sie ins Wanken, als sie mit dem Jugendlichen zusammensass. Doch die Lehrerin begann keine Beziehung mit ihrem Schüler, sondern schickte ihn an eine andere Schule. «Ich werde wiederkommen und Sie heiraten», soll Emmanuel
damals zu ihr gesagt haben.

So kam es später auch – doch es dauerte seine Zeit: Emmanuel war 29, Brigitte 54, als sie im Oktober 2007 heirateten. Die beiden waren längst erwachsen und trafen die Entscheidung, ohne dass ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihnen bestand. Das wäre anders gewesen, wenn Lehrerin Brigitte mit Schüler Emmanuel eine Beziehung angefangen hätte.

Doch sie tat dies nicht, sondern nahm ihre Verantwortung als Lehrerin wahr. Das ist der Unterschied zum Lehrer in Wettingen, der nach Beziehungen mit Schülerinnen freigestellt wurde. Ob die jungen Frauen ihm Avancen machten oder ob der ältere Lehrer sich ihnen näherte, ist dabei egal. In einer solchen Situation muss sich der Lehrer ein Vorbild an Brigitte
Macron nehmen und Nein sagen.

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