Strassenbeleuchtung
Lichterlöschen zeigt Wirkung: Brugg bei Strom-Effizienz vorne

Eine WWF-Studie untersuchte, wie effizient Gemeinden mit ihrer öffentlichen Beleuchtung umgehen. Brugg und Rheinfelden sind im Aargau bei mittleren Gemeinden an der Spitze. Birrhard bei den kleinen. Allerdings: Die Datenlage der Studie ist sehr dünn.

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Das nächtliche Lichterlöschen in Teilen von Brugg zeigt anscheinend Wirkung. (Symbolbild)

Das nächtliche Lichterlöschen in Teilen von Brugg zeigt anscheinend Wirkung. (Symbolbild)

Keystone

Anlässlich der symbolischen Aktion «Earth Hour», wobei weltweit vielerorts zur gleichen Zeit eine Stunde lang die Lichter ausgehen, soll mit einer vom WWF veröffentlichten Statistik zum Stromverbrauch von öffentlichen Beleuchtungen auch in der Schweiz auf die Stromverschwendung aufmerksam gemacht werden.

Die Schweizer Bevölkerung soll sich für eine stromeffiziente Strassenbeleuchtung in Strassen und Parks im eigenen Ort einsetzen: Die Gemeinden brauchen Strom im Wert von 150 Millionen Franken pro Jahr. 40 Prozent könnten laut WWF gespart werden.

Der WWF will Gemeinden dazu bringen, Strassenbeleuchtungen auf die neueste Technik aufzurüsten.

Statistik des WWF

Der WWF hat sich über die Beleuchtungseffizienz bei Schweizer Gemeinden informiert. Als Vergleichsmassstab wurde «Energie pro Strassenkilometer» gewählt.

Doch viele Ortschaften haben die Energiezahlen nicht veröffentlichen lassen.

Grundsätzlich gilt, dass je grösser eine Stadt ist, desto mehr öffentliche Beleuchtung braucht sie mit ihrer Zentrumsfunktion für die umliegenden Gemeinden.

Deshalb wäre es problematisch direkte Schlüsse zu ziehen für einzelne Ortschaften. So wäre Aarau auf dem 8. Platz in der Schweiz-Rangliste gelandet, allerdings kommt die Stadt nicht in die Kategorie «Gross».

Zuletzt geht es um das Symbolische nach dem Motto «Jeder könnte Sparen». WWF erhofft sich, dass dadurch viele neue Stromspar-Projekte angestossen werden.

Der WWF stellt fest, dass schweizweit bei den 20 grössten Städten St. Gallen am besten abschneidet, gefolgt von Uster und Schaffhausen. Den Gemeinden der ersten 13 Ränge hat die Umweltorganisation gleich neue Namen verpasst und selbst gebastelte Ortstafeln hingestellt, z.B. «Scheffhausen».

Aargauer Daten

Im Aargau haben gerade mal 23 Gemeinden ihre Daten rausgerückt: Nur drei Gemeinden in der Grössenkategorie «mittel» haben an der Herausgabe teilgenommen.

Nicht teilgenommen haben auch grosse Gemeinden wie beispielsweise Baden, Spreitenbach, Wettingen, Bremgarten, oder Lenzburg.

Die lancierte eidgenössische Volksinitiative «Für eine sichere und wirtschaftliche Stromversorgung», kurz «Stromeffizienz-Initiative» begründet WWF wie folgt:

«In der Schweiz können wir den Stromverbrauch um 40 Prozent senken - ohne dass irgendjemand auf den Komfort der modernen Gesellschaft verzichten müsste. Wenn wir Energie effizienter und überlegter nutzen, brauchen wir keine problematischen Kraftwerke und schaffen die Energiewende.»

Der Bundesrat hat die Initiative allerdings ohne Gegenvorschlag abgelehnt. Bis März 2014 wird er seine Botschaft zur Initiative an das Parlament überweisen.

Hängige kantonale Volksinitiative

In formeller Hinsicht zustande gekommen ist auch die Aargauische Volksinitiative Energieinitiative "Aargau effizient und erneuerbar". (tos)