Co-Präsident der SP Aargau und Nationalrat Cédric Wermuth unterstützt das Papier und damit Parteipräsidenten Levrat. Bereits gestern sagte zur az, dass es darum gehe, dass «die Menschen ihre Lebensrealitäten selber gestalten können und nicht anonyme Marktkräfte und wirtschaftliche Eliten».

Ständerätin Pascale Bruderer hingegen hat ein Rückweisungsantrag für das Papier gestellt: es sei zu "dirigistisch", "fatal" und widerspreche der "sozialen Marktwirtschaft". Unterzeichnet wurde dieser Antrag auch von Regierungsratskandidatin und Nationalrätin Yvonne Feri. Sie findet das Papier sei «nicht umsetzbar» und sie sei gegen die "Überwindung des Kapitalismus". Auch die Badener Stadträtin Regula Dell’Anno und den Grossräten Jürg Knuchel (Aarau), Daniel Mosimann (Lenzburg) und Katrin Scholl (Lenzburg) unterschrieben den Antrag, Levrats Papier, das Anfang Dezember vor den nationalen Parteitag kommt, zurückzuweisen.

Scholl sagt auf Anfrage der az: «Das ist ein sehr wichtiges Thema und eine eingehende Diskussion ist nötig. Sie sieht das als eine Stärke der Partei, diese Diskussionen führen zu können. «Ich bin nicht direkt dagegen, aber einige Haltungen können unterschiedlich ausgeprägt sein». Das Papier müsse dazu dienen, dass sich die Partei breit positioniert, findet Scholl. «Am Ende sollen möglichst alle dahinter stehen können». Sie begrüsst zudem die Diskussion darüber: «Gerade nach der Finanzkrise ist dies sehr wichtig».

Der Fraktionspräsident des Grossen Rates, Dieter Egli sagt, er stehe dem Papier «eher kritisch gegenüber». Er begrüsst aber die Diskussion und sieht sich selbst in diesem Fall «eher auf der Linie von Pascal Bruderer».

Nicht alle sind dagegen

Steht Wermuth mit der Unterstützung für Levrats Papier im Aargau also alleine auf weiter Flur? Das nicht. Co-Präsidentin Elisabeth Burgener unterstützt das Arbeitspapier ebenfalls: «Es ist eine logische Fortsetzung unserer wirtschaftlich-demokratischen Politik und beinhaltet pragmatische Vorschläge.»

Zudem sieht sie das Ganze nicht als Klassenkampf, sondern als Schaffung von mehr Demokratie in der Wirtschaft. Sie glaubt zudem, dass sie mit der Rückweisungsgruppe um Pascale Bruderer mehr gemeinsam hat, als man glaubt: «Es sind wohl eher die Begrifflichkeiten, die Diskussionsgrundlage geben. Im Grundsatz wollen wir alle das gleiche.» Burgener freut sich nun auf die anstehenden Diskussionen, auch in der kantonalen Partei.

Weiter unterstützt werden das Positionspapier auch von der Präsidentin der Jungsozialisten, Mia Gujer: «Es ist ein Schritt in die richtige Richtung zur Schaffung einer Alternative zum Kapitalismus.» Auch Gujer findet es aber gut, «dass eine interne Diskussion entstanden ist».