Je näher die Sommerferien kommen, desto grösser wird der Druck auf die Schulen, die noch nicht für jede Klasse eine Lehrperson gefunden haben. «Noch sind viele Stellen unbesetzt», sagt Beat Petermann, Co-Präsident des Aargauer Schulleiterverbands. Petermann, selbst Schulleiter an der Kreisschule Unteres Fricktal, ist für das bevorstehende Schuljahr zwar fündig geworden – doch nur mit Glück, wie er sagt. «Wir haben für alle Stellen qualifizierte Bewerber gefunden, eine Auswahl hatten wir allerdings nicht.»

Als Schulleiter müsse er dann jeweils Überzeugungsarbeit leisten und die Kandidaten umwerben, indem er die Vorzüge des Arbeitsplatzes hervorhebe, sagt Petermann. Eine grosse Schule wie seine habe den Vorteil, dass sie den jungen Lehrpersonen Aufstiegsperspektiven bieten könne. Der Lohn sei dabei nur ein Element – «wenn auch ein wichtiges». Beat Petermann hat einen Trend festgestellt, den er als «beunruhigend» bezeichnet. Die Suche nach Lehrpersonen sei nicht mehr nur auf der Sekundarstufe 1, sondern auch auf der tieferen Stufe schwierig. «Auch für Primarschulen wird dies mehr und mehr zu einem Problem. Zu einem grossen Teil ist diese Entwicklung darauf zurückzuführen, dass der Kanton Aargau vergleichsweise tiefe Löhne zahlt.»

Eine Frage der Qualifikation

Ausgeschrieben sind derzeit umgerechnet total rund 60 Vollzeitstellen. «Die Situation ist insgesamt vergleichbar mit den vergangenen zwei bis drei Jahren», sagt Simone Strub, Sprecherin des kantonalen Bildungsdepartements. Vor vier und fünf Jahren habe es zu diesem Zeitpunkt noch etwas mehr offene Stellen gegeben. Bislang sei nach den Sommerferien noch vor jeder Klasse eine Lehrerin oder ein Lehrer gestanden, sagt Beat Petermann. «Das wird auch dieses Jahr nicht anders sein.» Letztlich würden alle Schulen das benötigte Personal finden. «Die Frage ist vielmehr, wie qualifiziert die Bewerber sind.»

Quereinsteiger, die bereits in anderen Berufen Erfahrungen gesammelt haben, sind eine Option. Petermann: «Wir haben auf diese Weise sehr gute Leute gefunden, die ein Gewinn für unsere Schule sind.» Die Ausbildung dürfe aber keine Schnellbleiche sein. Die Pädagogische Hochschule stelle sicher, dass die Quereinsteiger auf das Unterrichten vorbereitet seien.