Aargau

«Lehre» für Eltern kommt gut an im Aargau – Kanton streicht Beiträge trotzdem

Die Elternlehre will jungen Vätern und Müttern theoretische und praktische Grundlagen über die kindliche Entwicklung und Erziehung geben.

Die Elternlehre will jungen Vätern und Müttern theoretische und praktische Grundlagen über die kindliche Entwicklung und Erziehung geben.

Der Bildungslehrgang für junge Eltern wurde 2012 mit einem Pilotprojekt des Kantond in Frick eingeführt. Drei Aargauer Gemeinden führen das Angebot nun eigenständig fort. Denn der Kanton finanziert das Angebot trotz positiver Evaluation nicht weiter.

Was fördert kleine Kinder, was gibt ihnen Sicherheit? Wie macht der Familienalltag als Eltern Freude? Die Elternlehre gibt frisch gebackenen Müttern und Vätern Antworten.

An einem Abend pro Monat erhalten frisch gebackene oder werdende Eltern während zweieinhalb Stunden theoretische und praktische Grundlagen über kindliche Entwicklung und Erziehung.

Die Elternlehre wurde erstmals 2007 im Kanton Bern durchgeführt. Sie versteht sich als unterstützendes Angebot während der ersten drei Lebensjahre.

Im Herbst 2012 beauftragte der Kanton Aargau die externe Fachstelle Kinder und Familien damit, ein Pilotprojekt in Frick durchzuführen. Nach eineinhalb Jahren fällt die Schlussevaluation nun durchwegs positiv aus.

«Ein sehr gutes Angebot», sagt Marianne Ryf, «wohl durchdacht und an frischgewordene Eltern angepasst». Die Projektleiterin bei der Fachstelle Kinder und Familien sieht Bei der Elternlehre Vorteile gegenüber anderen Angebote.

So würden die Teilnehmer zum einen von Fachleuten über längeren Zeitraum intensiv begleitet. Zudem könnten sich die Eltern regelmässig im gleichen Rahmen mit Gleichgesinnten austauschen.

Drei neue Standorte trotz

Auch im Departement Gesundheit und Soziales (DGS) ist man von der Elternlehre überzeugt. «Investitionen in die Unterstützung während der frühen Kindheit sind besonders lohnend», sagt Christina Leimbacher, Leiterin der Fachstelle Familie und Gleichstellung. Es gebe viele Angebote für Eltern, die Elternlehre eigene sich hier hervorragend, auch weil die hohen Qualitätsstandards erfüllt würden.

Dennoch: In Frick wird der Bildungslehrgang nicht weitergeführt; der Kanton finanziert das Angebot nicht als Träger weiter.

«Der Kanton hat bei der Elternbildung grundsätzlich die Rolle des Förderers», erklärt Christina Leimbacher, man unterstütze sinnvolle Pionierprojekte. Für die Durchführung der einzelnen Angebote müssten die Gemeinden und andere lokale Trägerschaften letztlich übernehmen.

Das DGS will die Elternlehre aber weiter bekannt machen und kontinuierlich auf die Kurse hinweisen. «Wenn sich regionale Trägerschaften finden, schliessen wir eine Mitfinanzierung nicht aus.»

Bereits während der Pilotphase in Frick wurden drei weitere Standorte für den Bildungslehrgang im Kanton gefunden. Das Konzept wird bereits in den Gemeinden Würenlos und Brugg angeboten, wo einerseits die Elternrunde Baden-Wettingen und andererseits die Berufsfachschule Gesundheit und Soziales Brugg die Trägerschaft übernommen haben. Als dritte Aargauer Gemeinde wird auch Leuggern die Elternlehre künftig anbieten. Die nächsten Kurse starten an allen Standorten ab Oktober 2014.

Anmeldung und Informationen: Kursleiterin Marianne Leber, 062 875 10 82 oder per Formular auf der Website.

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