Im nächsten Jahr erhält der Legionärspfad Vindonissa zum letzten Mal einen Beitrag von 680 000 Franken aus dem Swisslos-Fonds. Falls der Kanton nicht helfend eingreift, ist der Weiterbestand des Legionärspfads gefährdet. Der einzigartige archäologische Römer-Erlebnispark zählt jährlich mehr als 40 000 Besucherinnen und Besucher. 70 Prozent der Besucher stammen nicht aus dem Aargau; ein starkes Zeichen dafür, dass der Legionärspfad inzwischen eine nationale Bekanntheit erlangt hat.

Der Swisslos-Beitrag von 680 000 Franken deckt die Hälfte der Betriebskosten. Der Rest wird primär mit Erträgen aus dem Ticketverkauf gedeckt. Der Legionärspfad erreicht eine Eigenfinanzierung von rund 50 Prozent – ein hoher Grad für eine kulturelle Einrichtung. Obwohl der Pfad zum Museum Aargau gehört, hat der Kanton bisher keine Betriebsbeiträge leisten müssen.

Impressionen vom Legionärspfad:

Zahlreiche offene Fragen

Im Jahre 2019 versiegt der Geldfluss aus dem Swisslos-Fonds. Im Kulturkonzept des Kantons ist der Legionärspfad als Teil des Römerlagers Vindonissa fest verankert: Er gilt als pionierhaftes Vermittlungsprojekt, das ein breites, vor allem junges Publikum anspricht.

Der kantonale Aufgaben- und Finanzplan 2018 bis 2021 sieht vor, dass der Kanton ab 2020 die fehlenden 680 000 Franken übernehmen soll. Ob das dann aber auch tatsächlich geschehen wird, entscheidet letztlich der Grosse Rat. Ungewiss ist zudem auch die Zukunft der «Contubernia». Sie sind die grosse Hauptattraktion des Legionärpfades. In den originalgetreu nachgebauten Legionärsunterkünften übernachten pro Jahr rund 4000 Personen. Die Nachfrage ist gross, bereits liegen Reservationen für das Jahr 2020 vor.

Doch die Contubernia verfügen nur über eine provisorische Baubewilligung, die im Jahr 2020 ausläuft. Ob die Baubewilligung verlängert wird oder ob die rund 2 Millionen Franken teuren Gebäude gar abgebrochen werden müssen, ist noch nicht geklärt.

Die CVP stellt Fragen

Aufgeschreckt durch den Artikel über die ungewisse Zukunft des Legionärpfades in dieser Zeitung hat die CVP-Grossratsfraktion eine Interpellation eingereicht. Sie möchte von der Regierung wissen, ob sie auch der Meinung sei, dass der Legionärspfad eine schützenswerte Institution von nationaler Bedeutung sei und zudem ein zentraler Faktor für den Tourismusstandort Aargau.

Weiter erkundigt sich die CVP, ob der Regierungsrat bereit sei, die nach dem Wegfall der Swisslos-Gelder ab dem Jahr 2020 anfallenden Betriebskosten von 680 000 Franken durch den Kanton zu finanzieren, so wie es der Finanzplan 2018 bis 2021 vorsieht. Zudem fragt die CVP, ob allenfalls nicht doch weiterhin der Swisslos-Fonds weiterzahlen könnte.

Die CVP bittet auch um eine Beurteilung der ungewissen Zukunft der «Contubernia», welche nur eine provisorische Baubewilligung haben, die im Jahr 2020 ausläuft. Und sie will wissen, ob es allenfalls möglich sei, eine definitive Baubewilligung zu erteilen.