Kulturprojekt

Legionärspfad erntet Lob von allen Seiten und bald Geld vom Kanton

Der Legionärspfad ist derzeit nur ein Pilotprojekt.

Der Legionärspfad ist derzeit nur ein Pilotprojekt.

Nach dem Ende der Pilotphase soll der Römer-Erlebnispark ab 2020 aus der Staatskasse finanziert werden. Das unterstützen alle Fraktionen im Aargauer Grossen Rat – einige aber nur mit Vorbehalten.

Der Legionärspfad in Windisch ist ein Aushängeschild der Aargauer Kulturlandschaft. 300'000 Besucher zählte der Römer-Erlebnispark seit der Eröffnung 2009, allein im letzten Jahr waren es 45'000 Eintritte.

Derzeit ist der Legionärspfad ein befristetes Pilotprojekt, das Ende 2019 ausläuft. Bisher deckten Einnahmen aus Eintritten, Führungen, Workshops und Veranstaltungen sowie Spenden fast die Hälfte der Ausgaben. Die andere Hälfte des Aufwandes, rund 680'000 Franken, wurde mit Beiträgen aus dem Swisslos-Fonds finanziert.

Neu ein Teil von Museum Aargau

Geht es nach dem Regierungsrat, soll der Legionärspfad ab 2020 ein fester Bestandteil von Museum Aargau werden, wie heute schon mehrere Schlösser, das Kloster Königsfelden, das Sammlungsdepot Egliswil oder die virtuelle «Industriekultour» Aabach. Statt wie bisher aus dem Swisslos-Fonds, sollen die notwendigen finanziellen Mittel für den Legionärspfad künftig aus der regulären Staatskasse kommen.

In der Vernehmlassung, die am Freitag ablief, zeigt sich: Der Römer-Erlebnispark hat im Kantonsparlament viele Freunde. Von links bis rechts gibt es Lob, so schreibt zum Beispiel die SP, der Legionärspfad verhelfe dem Kanton «zu einer unbezahlbaren Ausstrahlung als Kultur- und Bildungsvermittler in die ganze Schweiz und ins benachbarte Ausland».

Der Erfolg spreche für sich, die Überführung in die ordentliche Rechnung sei eine lohnende Investition in den Standort Aargau. Die Grünen finden, der Legionärspfad mache einen weitgehend verborgenen Schatz für die Öffentlichkeit zugänglich und erlebbar. Dabei seien die Vorgaben zu Eigenfinanzierungsgrad und Besucherzahlen sogar übertroffen worden.

Mitte unterstützt die Vorlage

Einstimmig spricht sich auch die CVP-Fraktion für die neue Finanzierung aus. Der Legionärspfad sei eine der publikumsstärksten Kultureinrichtungen des Kantons geworden. Die Fraktion unterstützt auch die Weiterführung der «Contubernia», der original-getreu rekonstruierten Legionärsunterkünfte mit Übernachtungsangebot, und hofft, dass die bisher befristete Baubewilligung verlängert wird.

Kurz und knapp fällt die BDP-Stellungnahme aus: Man sehe den Legionärspfad als anerkannten Erlebnis- und Bildungsort mit Ausstrahlung weit über die Kantonsgrenzen hinweg. Gar völlig kommentarlos unterstützt die FDP die Weiterführung des Projekts: Mehr als ein Kreuz bei «Ja» ist bei der Frage, ob der Kanton den Legionärspfad künftig finanzieren soll, nicht zu finden.

Geld anderswo einsparen?

Die Grünliberalen unterstützen das Vorhaben und halten auch die relativ hohen Kosten für gerechtfertigt. Es sei jedoch wünschenswert, dass sich «der Eigenfinanzierungsgrad in den kommenden Jahren weiter erhöhen lässt», heisst es in der GLP-Stellungnahme. In eine ähnliche Richtung geht die Antwort der EDU. Nach der Pilotphase mit Swisslos-Geldern sollte es aus ihrer Sicht möglich sein, «den Legionärspfad in ähnlicher Qualität, aber mit bedeutend weniger Mitteln weiterzuführen».

Für die SVP gilt es abzuwägen «zwischen dem wohl bedeutendsten Kulturprojekt in unserem Kanton und dem dringenden Erfordernis, den auch weiterhin angespannten Finanzhaushalt in Einklang zu bringen». Dabei stünden die mittel- und langfristig ausgeglichenen Finanzen klar im Vordergrund. Deshalb knüpft die SVP ihr Ja zur künftigen Finanzierung an den Vorbehalt, dass der Regierungsrat aufzeigt, «wo der Betrag von jährlich 680'000 Franken im Budget anderweitig mittel- und langfristig eingespart werden soll».

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