Brittnau

Lawine riss vier Aargauer in den Tod – Verfahren gegen Bergführer nun eingestellt

An Tirol-Lawinendrama ist niemand schuld

An Tirol-Lawinendrama ist niemand schuld

Nach dem Unglück mit 4 toten Aargauern in Tirol ermittelte die Justiz gegen den Schweizer Bergführer. Nun wird das Verfahren eingestellt.

Die Lawine, die im Februar in Österreich vier Männer aus Brittnau in den Tod riss, war nicht vorhersehbar. Dies ergeben Abklärungen der Staatsanwaltschaft Innsbruck. Das Verfahren gegen den Schweizer Bergführer wurde eingestellt.

Am 15. März dieses Jahres ging am Jochgrubenkopf bei Schmirn im Tirol eine Lawine nieder, die vier Brittnauer Männerturner in den Tod riss. Vier weitere Turnkollegen und der Bergführer überlebten das Drama. Nach dem Lawinenniedergang eröffnete die Staatsanwaltschaft Innsbruck ein Verfahren gegen den erfahrenen Schweizer Bergführer wegen des Verdachts der grobfährlässigen Tötung. Nun, über sieben Monate nach dem Lawinendrama, wurden die Ermittlungen am 3. November eingestellt.

«Dem Bergführer ist strafrechtlich kein Vorwurf zu machen, weil er in allen Bereichen richtig gehandelt hat und dieser Lawinenabgang letztlich nicht vorhersehbar war», sagt der Innsbrucker Staatsanwalt Thomas Willam, und bestätigt Recherchen von Tele M1. Der eingesetzte Sachverständige kam zum Ergebnis, dass alle Massnahmen, die der Bergführer im Vorfeld, beim Aufstieg und auch bei der Abfahrt, als das Unglück passierte, fachlich richtig und auch nachvollziehbar waren.

Das Ermittlungsverfahren zog sich über eine längere Zeit hin. Erste Befragungen fanden direkt nach dem Lawinenniedergang statt. Nebst der Tiroler Bergwacht, die die vier Verschütteten tot geborgen hatte, wurde ein unabhängiger Sachverständiger bestellt, der sich die Erhebungsergebnisse der Polizei, aber auch die Schneelage vor Ort angeschaut hat. Zudem wurden die Tourenteilnehmer als Zeugen und der Bergführer als Beschuldigter befragt.

Deshalb löste sich die Lawine im Tirol

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17. März 2017

Erfahrener Bergführer

Die acht Mitglieder des Männerturnvereins Brittnau, welche die Skitour in Österreich unternahmen, kannten den Bergführer seit Jahren. Die Gruppe mit Teilnehmern aus Brittnau, Strengelbach, Oftringen und Zofingen war bei der Abfahrt, als die Schneebrettlawine die acht Skitourenfahrer erfasste. Vier Männer im Alter von 52 bis 75 Jahren wurden bis zu zwölf Meter tief von den Schneemassen verschüttet und getötet. Die Rettungsmannschaften mussten sich metertief in den Lawinenkegel vorarbeiten, um ihre Leichen zu bergen. Die Gruppe war bestens ausgerüstet und Skitouren-erfahren. Der Bergführer hat langjährige Erfahrung am Jochgrubenkopf. Am Unglückstag herrschte eine nur mässige Lawinengefahr, mit Stufe 2 auf der fünfteiligen Skala.

Die Anteilnahme nach dem tragischen Unglück war in der Region gross. An der offiziellen Abdankungsfeier in der Turnhalle Brittnau nahmen über 1200 Personen teil, darunter auch der Bergführer und die vier Überlebenden.

Brittnau trauert um Lawinenopfer

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16. März 2017

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