Gripen
Lästeropfer Egerszegi: «Er kann meine Meinung zum Gripen nicht ändern»

Der schwedische Botschafter Per Thöresson lästerte über bekannte Schweizer Gripen-Politiker. Als das publik wurde, entschuldigte er sich bei einem seiner Läster-Opfer – nicht aber bei der Aargauer Ständerätin Christine Egerszegi.

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Christine Egerszegi lässt sich in der Gripen-Frage nicht beinflussen.

Christine Egerszegi lässt sich in der Gripen-Frage nicht beinflussen.

AZ

Der Abstimmungskampf über den Gripen-Kauf war kaum eröffnet, als ein schwedisches Radio ein geheimes Dokument bekannt machte: Der schwedische Botschafter Per Thöresson lästerte darin über Schweizer Gripen-Politiker. Darin bezeichnet er sie als «nicht sehr profiliert». Zu den «nicht sehr profilierten Politikern» zählt der Schwede die Aargauer FDP-Ständerätin Christine Egerszegi sowie die CVP-Nationalräte Lucrezia Meier-Schatz (SG) und Jacques Neirynck (VD).

Öffentlich entschuldigt hat er sich nicht. Der Botschafter hat sich nur telefonisch bei der luzernischen CVP-Nationalrätin Glanzmann entschuldigt, wie der «Blick» berichtete.«Es war ein kurzes Telefonat, ich habe die Entschuldigung angenommen», sagt die Gripen-Befürworterin Glanzmann. Dagegen blieb das Sorry bei den Gripen-Gegnern bis jetzt aus. Auch die aargauische Ständerätin Christine Egerszegi erhielt keine Entschuldigung.

«Ich erwarte keine Entschuldigung», sagt Egerszegi. Sie glaubt zu wissen, weshalb das Sorry ausblieb: Der schwedische Botschafter wisse, dass er ihr Nein zum Gripen-Kauf nicht ändern könne. Eine Entschuldigung sei ihm deshalb wohl nicht wichtig. Auch Neirynck und Meier-Schatz haben bisher keine Anruf von Per Thöresson erhalten.

Und sogar CVP-Nationalrat und Gripen-Befürworter Jakob Büchler (SG), welcher vom Botschafter im geheimen Dokument gelobt wurde, meint, dass die Schweiz keine Belehrungen aus Schweden brauche, wie der «Blick» berichtet.

Über den Gripen-Kauf wird in der Schweiz am 18. Mai abgestimmt. (tos)