Zofingen
Landschaden in Zofingen: Circus Knie muss «umgepflügten Heitern» selber bezahlen

Seit dem Gastspiel des Circus Knie sieht der Heitern wie ein umgepflügter Acker aus. Selbstverständlich werden die Landschäden auf Kosten des Verursachers behoben, erklärt Christoph Wälti, Leiter des Zofinger Stadtwerkhofs.

Kurt Blum
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Seit dem Auftritt des Circus Knie gleicht der Heitern einem «Schlachtfeld».

Seit dem Auftritt des Circus Knie gleicht der Heitern einem «Schlachtfeld».

ran

Als der Circus Knie sein diesjähriges Zofinger Gastspiel auf dem Heitern gab, zeigte sich das Wetter leider von seiner negativen Seite. Die Folge davon ist, dass das Gelände einem umgepflügten Acker gleicht. Unweigerlich tauchte in der Bevölkerung die Frage auf, wer die Kosten der Wiederherstellung begleiche. Christoph Wälti, Leiter des Stadtwerkhofs: «Der Verursacher.»

Eigentümerin des gesamten Heiterns (inklusive Lindengeviert) ist die Ortsbürgergemeinde, welche das beliebte Naherholungsgebiet der Einwohnergemeinde verpachtet hat. Diese ist denn auch für den gesamten Unterhalt nicht nur zuständig, sondern auch verantwortlich. Die Einwohnergemeinde hat das Wiesland (ausser dem Lindengeviert) landwirtschaftlich verpachtet, wobei bei den Konditionen darauf Rücksicht genommen wurde, dass das Land im Verlauf eines Jahres durch Dritte gebraucht wird (wie Kinderfest, Circus Knie und Heitere Open Air). Wer den Heitern benützen will, hat dies rechtzeitig mit dem Stadtbüro abzusprechen. Je nach Art der Veranstaltung werden weitere Kreise involviert, zum Beispiel Werkhof, Polizei, Feuerwehr, Ortsbürgerverwaltung.

Für die Benützung des Heiterns werden folgende Beträge in Rechnung gestellt: Lindengeviert pro Tag 2500 Franken, Gefechtsplatz pro Tag 1500 Franken, kleinere Anlässe (beispielsweise Apéros und Hochzeiten) ab 250 Franken pro Tag. Dabei haben die Veranstalter die benützten Flächen so zu verlassen, wie sie sie angetreten haben. Sollte ein Einsatz des Werkhofs oder von andern städtischen Abteilungen notwendig werden, wird dieser Aufwand separat in Rechnung gestellt.

Zwischen Knie und Pächter

Im vorliegenden Fall sieht es wie folgt aus: Die Strassen- und die Parkplatzreinigung Tierpark wird dem Circus gesondert verrechnet. Die Wiederherstellung des Landwirtschaftslands wird direkt zwischen den Pächtern und dem Knie geregelt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt gab es diesbezüglich noch nie Probleme, betont Christoph Wälti. Logischerweise sprechen sich die Landwirte mit dem OK des Heitere Open Airs ab, da es wenig Sinn macht, innert kurzer Zeit zweimal das Gleiche «zu flicken».

Für Christoph Wälti hat sich das Sperren des Heiterns für Autos während der Anwesenheit des Circus Knie bewährt; die Lösung mit Shuttlebussen war ideal. In diesem Zusammenhang deponiert er den Wunsch, dass künftig der Heitern vom Frühling bis zum Herbst Samstag und Sonntag ebenfalls gesperrt werden sollte (ausgenommen Busverkehr, Behinderte und Zufahrt vom Riedtal her zum Friedhof). Der Wildpark Roggenhausen in Aarau mache es musterhaft vor. Immer mehr würde der Heitern nämlich seiner Hauptaufgabe, Erholungsraum zu sein, entfremdet.

Unerträgliches Abfallproblem

Zudem ist für den Werkhofchef das Abfallproblem unerträglich geworden. «Ich überlege mir, künftig den weggeworfenen Kehricht während längerer Zeit einfach liegen zu lassen, um die Besucherinnen und Besucher im Massstab eins zu eins mit dem frustrierenden Übelstand zu konfrontieren.»