«Wer bei uns zu Gast ist, hat sich an die Regeln zu halten. Dazu gehört der Anstand», sagt Regierungsrätin Susanne Hochuli zum Vorfall. Öffentlich gemacht hat ihn der «Tages-Anzeiger» in einem Porträt über die grüne Regierungsrätin.

Passiert ist es am Freitag, 11. Oktober, am frühen Nachmittag. Hochuli war in der S-Bahn von Zürich nach Aarau unterwegs, der Zug war voll besetzt, einige Personen sassen auf der Treppe. Darunter auch ein junger Ausländer. Als dieser den Zug verlassen wollte, liess er seine halbvolle Red-Bull-Dose liegen. «Ich habe ihn angesprochen und ihm gesagt, er solle die Dose mitnehmen oder entsorgen, weil es sonst eine Sauerei gäbe», sagt Hochuli zur az.

«Was, warum?»

Doch der junge Mann dachte nicht daran. «Was, warum?», entgegnete er vielmehr. Hochuli insistierte mit Blicken so lange, bis der junge Mann sein Red Bull dann doch noch mitnahm.

Hochuli ist über den Vorfall heute noch verärgert. Diese Leute seien sich nicht bewusst, was sie mit einem solchen Verhalten bewirkten. «Es sind nur wenige, die sich so verhalten, sie prägen aber unser Bild von ihnen - gerade wenn es um Asylsuchende geht», so Hochuli.

Die Vorsteherin des Departementes Gesundheit und Soziales (DGS) greift aber nicht nur bei liegen gelassen Red-Bull-Dosen ein, wie sie sagt. Sie interveniert im Zug auch mal wegen zu lauter Musik oder wegen Schuhen, die auf den Sitzbänken ruhen. «Es gibt elementare Regeln, die für alle gelten und uns ein friedliches Zusammenleben ermöglichen», sagt Hochuli dazu.