Mutmasslicher Terrorist
Lag der libysche Patient in Bellikon?

Informationen weisen auf eine Behandlung des mutmasslichen Terroristen in der Rehaklinik der Suva hin – eine Sprecherin dementiert.

Fabian Hägler
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Rehaklinik Bellikon
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Rehaklinik Bellikon

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Es ist ein Patient, den wohl keine Aargauer Klinik gerne in ihren Betten hat: Abdelmutaleb al-Shami, ein mutmasslicher Terrorist aus Libyen. Gemäss der «SonntagsZeitung» wurde der Mann durch Splitter eines Sprengkörpers an der Brust, im Gesicht und am Arm verwundet. Kurt Pelda, Mitautor des Artikels und Islamkenner, geht davon aus, dass sich der Libyer im Zeitraum zwischen 2011 und 2013 unter falschem Namen im Aargau behandeln liess.

Bisher ist offen, in welcher Klinik im Kanton der Mann mit dem heiklen Hintergrund gepflegt wurde. Nun liegen der AZ konkrete Informationen vor, dass al-Shami wohl nicht in einem Akutspital, sondern in der Rehaklinik der Suva in Bellikon lag. Eine Quelle sagt, ein verwundeter Nordafrikaner sei damals mehrere Monate lang in der Klinik behandelt worden.

Offenbar nicht gefährlich

Den Verletzungen des Mannes nach zu urteilen, sei dieser möglicherweise durch eine Mine verwundet worden. Die Quelle sagt weiter, der Mann sei in einem schlechten Zustand gewesen, dies habe sich während seines Aufenthalts in Bellikon auch nicht entscheidend verbessert. Deshalb habe es auch keine speziellen Sicherheitsmassnahmen gegeben, der Mann habe aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands keine Gefahr dargestellt. Gesprochen habe der verwundete Kämpfer in Bellikon kaum, mit anderen Patienten oder dem Pflegepersonal habe es praktisch keinen Kontakt gegeben.

Patient ist wieder ausgereist

Mit den Hinweisen auf eine Behandlung von al-Shami in Bellikon konfrontiert, sagt Burga Martinelli, Sprecherin der Rehaklinik: «Ich habe die letzten Jahre zurückrecherchieren lassen, wir haben keine Angaben zu irgendeinem Libyer gefunden.» Dazu komme, dass es der Klinik aus Datenschutzgründen nicht erlaubt wäre, ohne Zustimmung der Patienten selbst, Auskünfte über sie oder ihre Aufenthalte zu erteilen.

Laut der «SonntagsZeitung» lässt sich nicht ausschliessen, dass einige libysche Patienten, die sich in der Schweiz behandeln liessen, das Land nicht verlassen haben. Zumindest dies scheint im vorliegenden Fall nicht zuzutreffen. Laut der Quelle der AZ wurde der Mann nach mehreren Monaten in Bellikon ins Ausland verlegt.

Um- und neugebaute Rehaklinik Bellikon – die Bilder vom Tag der offenen Tür:

Grossandrang am Tag der offenen Tür in der Rehaklinik Bellikon.
10 Bilder
Helle und warme Räumlichkeiten statt sterile Klinikatmosphäre Helle und warme Räumlichkeiten statt sterile Klinikatmosphäre
Tag der offenen Tür in der Rehaklinik Bellikon
Eine Klinik wie eine Kleinstadt
Eine Klinik wie eine Kleinstadt

Grossandrang am Tag der offenen Tür in der Rehaklinik Bellikon.

Patrick Hersiczky