Jetzt ist es definitiv: Am 23. Dezember dürfen die Aargauer Läden bewilligungsfrei geöffnet sein, das hat das Departement Volkswirtschaft und Inneres gestern mitgeteilt. Der Tag vor Heiligabend ist einer von zwei Sonntagsverkaufstage in der Adventszeit, der andere ist der 16. Dezember, respektive für Bad Zurzach, Bremgarten, Lenzburg und Zofingen der 9. und für Sins und Wettingen der 2. Dezember.

Ursprünglich hatte der Regierungsrat für den 23. Dezember keinen Sonntagsverkauf vorgesehen — und damit nach einem Grundsatzbeschluss von 2012 gehandelt, wonach am vierten Advent keine Sonntagsverkäufe durchgeführt werden, wenn dieser auf den 23. oder 24. Dezember fällt.

Das hatte im Frühling für Unmut gesorgt. Grossverteiler, Centerleitungen und Gewerbler hatten ein Wiedererwägungsgesuch gestellt und verlangt, dass die bewilligungsfreien Verkaufssonntage auf den 3. und 4. Advent gelegt werden sollen. Der vierte Adventssonntag sei der umsatzstärkste Sonntag im Advent, argumentierten sie. Dadurch, dass in den umliegenden Kantonen an diesem Tag eingekauft werden könne, hätten die Aargauer Geschäfte einen erheblichen Nachteil, war das Hauptargument. Das werde dadurch verstärkt, dass im Aargau sowieso schon nur zwei Adventssonntage für den bewilligungsfreien Verkauf festgelegt seien, während andernorts an jedem Sonntag vor Weihnachten eingekauft werden könne.

Vorstoss von bürgerlicher Seite

Im März reichten Grossräte aus SVP, FDP und CVP eine Motion ein, die eine Korrektur der zwei Verkaufstermine forderte. Es müsse im Interesse des Regierungsrates liegen, beide Sonntagsverkäufe mit dem Gewerbe abzustimmen, begründeten die Motionäre ihren Vorstoss. Mit dem Entscheid würde einzig der Einkaufsort von Kunden gesteuert. Da diese so kurz vor Weihnachten nicht im Aargau einkaufen könnten, eben in benachbarte Kantone oder ins nahe Ausland gingen. Das Vorgehen des Regierungsrates sei vor allem deshalb nicht verständlich, da er ausgerechnet «dem bereits gebeutelten Detailhandel den umsatzstärksten Tag verwehrt».

Der 24. Dezember bleibt tabu

Der Regierungsrat führte darauf eine Umfrage bei Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden sowie den Gemeinden durch und kam zum Schluss, seinen Grundsatzentscheid zu revidieren. Und zwar so, dass auch in Jahren, in denen der vierte Adventssonntag auf den 23. Dezember fällt, dieser als bewilligungsfreier Sonntag zu deklarieren sei. Gleichzeitig hielt der Regierungsrat aber daran fest, dass der 24. Dezember auch in Zukunft kein Verkaufssonntag sein soll, denn das Ruhebedürfnis des Verkaufspersonals überwiege das Interesse an unbeschränkten Einkaufsmöglichkeiten eindeutig.