Nach Brand
KVA Oftringen wieder in Betrieb – nun wird alter Kehricht verbrannt

Gut vier Monate nach dem Grossbrand läuft die Kehrichtverbrennungsanlage in Oftringen wieder. In den nächsten Wochen wird der zwischengelagerte Abfall verbrannt.

Marina Stalder
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Matthias Grütter von der Aargauischen Gebäudeversicherung (links) und Erich Widmer von der Basler Versicherung entfachten gemeinsam das Feuer in der Kehrichtverbrennungsanlage . msl

Matthias Grütter von der Aargauischen Gebäudeversicherung (links) und Erich Widmer von der Basler Versicherung entfachten gemeinsam das Feuer in der Kehrichtverbrennungsanlage . msl

«Wir brauchen kein Öl, um Feuer zu machen, das klappt ohne zusätzliche Hilfsmittel», sagt Bereichsleiter Hanspeter Hochuli, bevor er mit den Versicherungsvertretern Matthias Grütter und Erich Widmer in den Feuerraum steigt. Dort zünden sie den ersten Abfall seit gut vier Monaten an. Damals, am frühen Morgen des 27. Mai, kam es in der Anlage zu einem Grossbrand. Mit dem symbolischen Anfeuern ist der Startschuss für die Wiederinbetriebnahme der Kehrichtverbrennungsanlage gefallen.

Dass der Betrieb nun wieder aufgenommen werden kann, freut nicht nur Hochuli. Julius Fischer, Präsident des Verbands Entsorgung Region Zofingen, welcher die Anlage betreibt, sprach von einem emotionalen Freudentag. «Ich habe einen enormen Respekt vor der Arbeit, die hier in den vergangenen vier Monaten geleistet wurde.» Ein Grund zum Feiern sei auch, dass die Wiederinbetriebnahme früher erfolgen konnte, als sie geplant war. Zudem hielt sich der Sachschaden im einstelligen Millionenbereich – ein Rahmen, der laut Fischer auch zu erwarten war.

Normalbetrieb ab Januar

Noch vor der Aufnahme des Betriebes musste auch das weitere Vorgehen geplant werden. «Der Abbau der gelagerten Abfallballen in der Deponie Rothacker in Walterswil hat momentan absolute Priorität», betont Jacques Hartmann, Geschäftsleiter des Verbands. Die dort gelagerten Ballen sollen bis Januar verbrannt werden. Die Transporte von Abfall in die Verbrennungsanlagen in Zuchwil und Buchs werden diese und der nächste Woche noch durchgeführt.

Danach sind sie nicht mehr nötig, die Verbrennungskapazität in Oftringen reicht dann wieder aus. Den normalen Betrieb wird die Anlage im Januar wieder aufnehmen. Die technischen Fragen und Ablaufplanungen sind laut Hartmann aber nicht die schwierigsten Aufgaben zurzeit. «Wir müssen unsere Lieferanten wieder zurückholen, das erfordert viel Kommunikation und einen regen Austausch mit unseren Partnern.»

Nebst den Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten in der Anlage gab es strategische Veränderungen im Verband. Die beteiligten Gemeinden werden darüber im Oktober informiert, im November wird die neue Strategie an der Abgeordnetenversammlung vorgestellt. Sie wurde von einem siebenköpfigen Gremium aus Gemeinde- und Vorstandsvertretern erarbeitet. «Die Zeichen stehen gut, wir konnten die Kehrichtmengen und die Finanzen sichern», hält Präsident Fischer fest. Die Zukunftsperspektive lässt positive Erwartungen zu», erklärt Fischer zuversichtlich.