Sport-Gala

Kunstturner Lucas Fischer: «Ich bin aus allen Wolken gefallen»

Kunstturner Lucas Fischer singt Hallelujah

Kunstturner Lucas Fischer singt Hallelujah

Spät am Freitagabend wird an der Aargauer Sport-Gala das Geheimnis gelüftet. Sportminister Alex Hürzeler gibt bekannt, wer die Publikumswahl zum Aargauer Sportler des Jahres 2011 gewonnen hat. And the winner is . . . Kunstturner Lucas Fischer.

Herzliche Gratulation zur Wahl. Was ist das für ein Gefühl, Sportler des Jahres zu sein?

Lucas Fischer: Es ist ein wunderbares Gefühl. Mir bedeutet dieser Titel megaviel. 2011 war ein sehr schwieriges Jahr für mich. Es ist wenig so gelaufen, wie ich es eigentlich geplant hatte. Umso schöner ist das Gefühl, zu spüren, dass die sportinteressierte Aargauer Bevölkerung hinter mir steht. Und das ist mir unglaublich wichtig.

Ich nehme nicht an, dass Sie damit gerechnet haben?

Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet. Als mein Name genannt wurde, bin ich aus allen Wolken gefallen. Ich hätte den Titel allen fünf anderen Kandidaten gegönnt. Mein Respekt vor den Leistungen, die sie im vergangenen Jahr gezeigt haben, ist riesig.

Was war denn für Sie Ihre wertvollste sportliche Leistung 2011?

Für mich war es ganz klar die Schweizer Meisterschaft. Ich habe mich nach fast einem halben Jahr verletzungsbedingter Absenz wieder raufgekämpft und an der Schweizer Meisterschaft erstmals überhaupt wieder alle Geräte geturnt. Es war sehr wichtig für meine Motivation, dass ich gleich auf Anhieb wieder an der Spitze mithalten konnte.

Wenn man die nackten Resultate von 2011 anschaut, hätte aber jemand anders die Sportlerwahl gewinnen müssen. Einverstanden?

Von der sportlichen Leistung aus betrachtet, stimmt das so. Aber im Sport ist es auch wichtig zu zeigen, dass man nach Niederlagen wieder aufzustehen vermag. Ich habe in meiner Karriere und insbesondere im Jahr 2011 mehrmals bewiesen, dass ich dies kann. Die Leute, die mir ihre Stimme gaben, haben genau dies gesehen und ihren Respekt für diese Leistung ausgedrückt.

Wen hätten Sie gewählt?

Ich hätte meine Stimme Radfahrer Silvan Dillier gegeben. Er ist jung, hat in seiner Karriere schon viel erreicht und sein Potenzial verspricht eine grosse Zukunft. Aber auch alle anderen waren 2011 grossartig.

Welche anderen Sportarten interessieren Sie?

Mich interessieren viele Sportarten, aber vor allem Tennis. Roger Federer ist mein grosses Vorbild.

In Sachen Einkommen?

Nein. Er ist trotz seines unglaublichen Erfolgs auf dem Boden geblieben. Federer wirkt sehr symphatisch. Und er ist sportlich derart konstant auf einem unglaublich hohen Level. Was er in seiner Karriere erreicht hat, ist einfach phantastisch. Das bewundere ich.

Als Spitzensportler richtet man sein Leben strikt nach Plänen aus. Wie gehen Sie mit einer Krankheit wie Epilepsie um, deren Auftreten so gar nicht plan- oder voraussehbar ist?

Ich weiss, dass die Krankheit für einen Kunstturner gefährlich ist, aber ich liebe meinen Sport zu sehr, als dass ich ihn deswegen einfach an den Nagel hängen würde. Es wäre das Dümmste, was ich machen könnte, wenn ich meine Karriere von derKrankheit beeinflussen lassen würde. Das wäre wie eine Kapitulation.

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