FDP-Vorstoss

Kulturmillionen: «Man sollte den Aargauern verbieten, nach Zürich zu kommen»

Keine Kulturmillionen mehr für Zürich

Keine Kulturmillionen mehr für Zürich

Angesichts des Sparzwangs will der Aargau die Kulturförderung für Zürich streichen. Jetzt werden für Aargauer erhöhte Konzertpreise gefordert.

Am Donnerstag sorgte die Aargauer FDP für Aufsehen: Sie will die Kulturgelder an die Kantone Zürich und Luzern streichen. Über fünf Millionen Franken könnte der Kanton Aargau sparen.

«Es sollten sich alle an den kulturellen Ereignissen in Zürich beteiligen», sagt ein Passant in der Stadt Zürich. Er steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Ein weiterer Zürcher ereifert sich gegenüber «Tele M1» und sagt: «Man sollte den Aargauern verbieten, nach Zürich zu kommen.»

Doch warum sind die Zürcherinnen und Zürcher so erbost? Auslöser für die Debatte ist ein Vorstoss der Aargauer FDP. Die Freisinnigen reichten am Dienstag eine Motion ein und fordern, den sogenannten Kulturlastenausgleich auf Ende 2016 zu künden. 

Weil viele Aargauerinnen und Aargauer in Luzern und Zürich Theateraufführungen oder Konzerte besuchen, überweist der Kanton Aargau jährlich den Kulturlastenausgleich an die beiden Nachbarkantone. In den letzten Jahren waren das jeweils rund 5,8 Millionen Franken. 

Damit soll nun Schluss sein: «In der schwierigen finanzpolitischen Situation ist es nicht angebracht, Millionen für kulturelle Flaggschiffe in Luzern und Zürich auszugeben», begründet FDP-Grossrätin Jeanine Glarner die Motion.

In Zürich regt sich nicht nur in der Bevölkerung Widerstand, sondern auch bei eigenen Parteianhängern. FDP-Kantonsrat Hans-Jakob Boesch befürchtet, dass weitere Kantone dem Aargauer Beispiel folgen könnten: "Dann müsste man sich überlegen, ob man für auswärtige Besucher höhere Eintrittspreise verlangt."

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