Jedes Jahr nehmen im Kanton Aargau rund 85 000 Schülerinnen und Schüler im Rahmen von «Kultur macht Schule» an kulturellen Angeboten teil. Seit 2005 dient das Programm als Scharnier zwischen dem Bildungsbereich und der Kulturszene. Ziel des Angebots ist es, die Kinder und Jugendlichen bei der Auseinandersetzung mit Kunst, Kultur und Geschichte zu unterstützen. Das Aargauer Modell der Kulturvermittlung ist so erfolgreich, dass andere Kantone wie etwa Bern, Zürich St. Gallen oder Luzern bei ihren eigenen Vermittlungsprogrammen für Schulen sich stark am Aargauer Modell «Kultur macht Schule» orientiert haben.

Digitalisierung wird Thema der Vermittlung

Im Aargauer Schulalltag ist «Kultur macht Schule» inzwischen fest verankert. «Dass unsere Angebote an den Schulen zur Selbstverständlichkeit geworden sind und die Bedeutung der Kulturvermittlung von allen Seiten anerkannt ist, freut mich ungemein», sagt Gunhild Hamer, Leiterin der Fachstelle Kulturvermittlung. Für die neue Förderperiode 2020 bis 2022 hat der Regierungsrat nun einen Beitrag von 3,462 Millionen Franken aus dem Swisslos-Fonds gesprochen.

«Neu werden auch Themen rund um die Digitalisierung ein Schwerpunkt unserer Vermittlungsarbeit sein», sagt Gunhild Hamer. Die Digitalisierung sei ein kulturelles Phänomen, das weit über die technisch-funktionellen Aspekte hinausgehe. «Sie bringt kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen mit sich, und sie kann kreativ genutzt werden», sagt Hamer.

So sollen für Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit mit Kulturinstitutionen, Kulturschaffenden sowie weiteren Expertinnen und Experten Projekte und Angebote geschaffen werden, welche die kreative Betätigung mit digitalen Medien und eine kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit der digitalisierten Welt ermöglichen. Dazu gehört auch der Umgang mit digitalen Medien in kulturellen Institutionen, wie etwa der Einsatz von Tablets in Museen.

Weitergeführt werden können dank des Beitrages aus dem Swisslos-Fonds die bewährten Markenzeichen von «Kultur macht Schule». So wird der etablierte Wettbewerb «Funkenflug» für Schulen sämtlicher Stufen auch in den kommenden Jahren durchgeführt. Jedes Jahr werden in diesem Rahmen fünf Kulturprojekte mit jeweils 5000 Franken ausgezeichnet. Das Preisgeld muss zwingend wieder für Kulturprojekte der Schule eingesetzt werden. Auch die beiden Fördergefässe «Artists in Residence an Schulen» und «Safari» werden weitergeführt. Dabei handelt es sich um Projekte von professionellen Kunstschaffenden mit Aargauer Schulklassen, die mehrere Wochen dauern.

Die Hälfte der Fahrkosten übernimmt der Kanton

Bisher beteiligt sich «Kultur macht Schule» mit 50 Prozent an den Eintrittskosten und den Vermittlungsangeboten, wenn Schulklassen zum Beispiel Konzerte, Museen, Kinos oder Theater besuchen.

Neu übernimmt der Kanton ab Januar 2020 auch die Hälfte der Fahrtkosten, wenn Schulklassen Kulturinstitutionen im Aargau als Lernorte nutzen. Schulen in ländlichen Regionen, die zum Besuch von Kulturinstitutionen grössere Strecken zurücklegen mussten, waren bisher benachteiligt. «Es kam vor, dass für einzelne Klassen die Reise teurer war als der Preis für das besuchte kulturelle Angebot», sagt Hamer. Dieses Handicap der ländlichen Schulen ist nun eliminiert.