Damals im Aargau

«Künstliche Befruchtung? Für diese Arbeit finden wir immer Zeit»: Besuch bei der 18-köpfigen Familie Schifferle

Damals im Aargau: zu Besuch bei der 17-köpfigen Familie Schifferle in Remetschwil

Damals im Aargau: zu Besuch bei der 18-köpfigen Familie Schifferle in Remetschwil.

16 Kinder hatte das Ehepaar Schifferle, als das Schweizer Fernsehen im Februar 1961 auf dem Sennhof in Remetschwil vorbeischaute. Ein amüsantes Porträt einer Aargauer Grossfamilie.

Es war nicht so geplant. «Wir dachten einfach, wir nehmen die, die es gibt», sagt Vater Schifferle im Beitrag des Freitagsmagazins, der am 3. Februar 1961 im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt worden ist. 19 Kinder seien es dann geworden, davon seien 3 jedoch verstorben.

Der Kleinste, Josef, turnt munter zwischen den beiden Eheleuten umher, währen diese, auf dem Ofenbänkli sitzend, der Fernseh-Journalistin Red und Antwort stehen, die sie nur so mit Fragen bombardiert.

Ob es denn einfach sei, Namen für so viele Kinder zu finden? Ob das Geld reiche? Ob die Familie je finanzielle Unterstützung bekommen habe? Ob es möglich sei, ständig auf alle Kinder aufzupassen? Ob denn noch weiterer Nachwuchs geplant sei?

Vater Schifferle beantwortet entspannt alle Fragen. Und es klingt fast so, als sei eine Grossfamilie ein Kinderspiel. Nein, Unterstützung habe man nie erhalten, man habe aber schon schauen müssen, dass das Geld reicht. Auf der Suche nach Namen würde das Paar jeweils «die verschiedenen Kalender» konsultieren.

Auf alle aufzupassen, das sei tatsächlich nicht immer möglich, aber bisher seien sie glimpflich davon gekommen. Als es erst zwei Kinder waren, sei der Älteste eines Tages während des Mittagsschlafs aus dem Bett geklettert und zum Fenster hinaus gefallen.

«Aus fünf Metern Höhe ist er auf eine Zementtreppe gefallen, aber es hat ihm mehr oder weniger nichts gemacht», erzählt Schifferle. «Der Gleiche ist mal noch ins Gülleloch runter, aber wir konnten ihn wieder rausfischen.»

«No öppe eis»

Mutter Schifferle erweist sich als nicht weniger abgebrüht. «Bis zletscht» arbeite sie jeweils, wenn sie in Erwartung sei. Im Winter sei sie auch schon mit dem Schlitten nach Baden ins Spital gefahren, erzählt sie und strahlt dabei. 

«Ich bin immer stolz auf jedes», sagt der Vater und meint, «no öppe eis» wäre schön. «Damit es 20 wären, dann wäre es aufgerundet, mehr wegen dem.»

Ob er gehört habe, dass sich Kinder bald «künstlich herstellen» liessen, fragt die Journalistin. Ja, das habe er gelesen, sagt Schifferle. «Aber ich ha dänkt, für settig Arbet hämmer immer öppe no deziit.» Dennoch, es blieb bei den 19 Nachkommen. 

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