«Es war genau so, wie wir uns das gewünscht haben», sagte Hamit Duran, Sekretär und Pressesprecher des Verbandes Aargauer Muslime, am Samstagnachmittag in der Moschee Wohlen. Über 100 Besucherinnen und Besucher hatten sich dort für den islamischen Glauben interessiert und an einer Führung durch die Moschee teilgenommen. Insgesamt besuchten rund 300 Personen die zehn Aargauer Moscheen, die ihre Türen öffneten.

In Wohlen wurde keineswegs bloss gestaunt über den eindrucksvollen Gebetsraum, die gediegenen Büro- und Unterrichtsräume oder das Café. Vielmehr setzten sich viele Gäste kritisch mit dem Islam auseinander und stellten entsprechende Fragen. «Das ist eines der Ziele unserer Veranstaltung. Wir wollen, dass die Leute ihre allfällige Skepsis gegenüber dem Islam äussern und uns Gelegenheit geben, auch kritische Fragen zu beantworten. Damit können wir Vorbehalte oder gar Ängste abbauen.»

Kritische Fragen gab es etwa zur Stellung der Frau. Frauen träten im Islam sicher anders in Erscheinung als in der westlichen Kultur, aber sie würden keineswegs benachteiligt oder zu einer speziellen Lebensweise gezwungen: «Zwang ist nach dem Koran nicht gültig», sagte Duran und konnte darauf verweisen, dass am Samstag auch eine seiner Kolleginnen aus der Glaubensgemeinschaft Gäste durch die Wohler Moschee führte. Auch gegen Gewalt sprach er sich klar aus: «Es darf nicht sein, dass Menschen aus religiösen Gründen umgebracht werden. Weder von uns noch von anderen Glaubensgemeinschaften.»

Zu den Konflikten zwischen Schulveranstaltungen und dem muslimischen Glauben meinte Hamit Duran: «Da gibt es immer Lösungen. Wir müssen den Konsens suchen und den finden wir leichter, wenn wir uns gegenseitig respektieren. Die heutige Veranstaltung hat zum besseren Verständnis beigetragen.»