Jugendkriminalität
Kritik auf Studienergebnisse: Jetzt laden Juso Martin Killias auf einen Joint ein

Eine Studie von Martin Killias besagt, dass Cannabis-Konsum bei Jugendlichen häufiger zu schweren Delikten führt. Die Egebnisse bringen dem Strafrechtsprofessor Kritik von jungen Genossen ein. Die Juso laden nun Killias zu einem Joint ein.

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Strafrechtsprofessor Martin Killias

Strafrechtsprofessor Martin Killias

Emanuel Per Freudiger

Letzte Woche veröffentlichte die az die Resultate einer Studie von Strafrechtsprofessor Martin Killias zur Jugendkriminalität im Aargau.

Er kam darin zum Schluss, dass sich der Cannabis-Konsum «für deliktisches und gewalttätiges Verhalten als stärker problematisch erweist als schwere Formen von Alkoholmissbrauch wie Rauschtrinken».

Die weit verbreitete Annahme, dass Kiffen einen eher beruhigenden Effekt auf die Konsumenten habe, bestätige sich in seiner Studie nicht. Vielmehr zeige sich auch bei Cannabis eine «enthemmende, gewaltfördernde Wirkung».

Mit diesen Aussagen brachte SP-Parteikollege Killias die Juso Aargau auf die Palme. Sie reagieren mit einem offenen Brief an Killias, in dem Autor Jonas Hasenfratz ihn einlädt, «das Ganze bei einem Joint nochmals zu diskutieren».

Mia Gujer Mia Kicki Gujer, Präsidentin Juso Aargau

Mia Gujer Mia Kicki Gujer, Präsidentin Juso Aargau

Mario Heller

Die Darstellung von Martin Killias zu den Folgen des Cannabis-Konsums sei einseitig, lautet die Juso-Kritik. Dass kiffende Jugendliche öfter mit dem Gesetz in Konflikt gerieten als Alkohol trinkende, hängt nach Ansicht der Juso eher mit der Kriminalisierung des Cannabis-Konsums zusammen als mit dem Konsum an sich.

Daraus ergibt sich die Forderung von Juso-Präsidentin Mia Gujer: «Die einzige progressive Lösung im Umgang mit Cannabis ist die Legalisierung für Erwachsene.»

Die Legalisierung ermögliche eine verbesserte Präventionsarbeit bei Jugendlichen: Etwas, das «sicherlich auch im Sinne von Martin Killias wäre», wie die Juso schreiben.

Die Repressionspolitik in der Drogenfrage habe versagt. Der Konsum werde nicht verhindert, sondern lediglich der illegale Handel werde gefördert und gleichzeitig die Konsumenten kriminalisiert. (az)