Abstimmung

Krippengesetz-Initianten: «Wir haben gewonnen – jetzt haben wir ein Druckmittel»

Laut Kathrin Scholl vom aargauischen Lehrerverband haben die Initianten gar nicht erst damit gerechnet, dass ihre Initiative angenommen wird. Mit der Annahme des Gegenvorschlags hätten sie dennoch erreicht, was sie wollten.

Mit 53 Prozent Ja-Stimmen haben die Aargauer den Gegenvorschlag zur Krippengesetz-Initiative angenommen. Die Initiative selbst schmetterten rund 75 Prozent der Stimmberechtigten ab.

"Wir haben gewonnen"

"Die Initiative war immer auch als Druckmittel gedacht – damit endlich etwas passiert», sagt Kathrin Scholl, stellvertretende Geschäftsführerin des Aargauischen Lehererverbands, gegenüber «Tele M1». "Unsere Taktik ist aufgegangen, wir haben den Gegenvorschlag und damit gewonnen.»

Es sei wichtig, dass der Kanton jetzt eine Verpflichtung habe, denn die Bevölkerung habe das Bedürfnis nach einer Regelung in Sachen Kinderbetreuung. Der Gegenvorschlag sieht vor, dass sich die Aargauer Gemeinden an den Kosten für Kinderkrippen und Mittagstische beteiligen.

"Kostenwachstum und Steuererhöhungen"

SVP-Grossrätin Maya Meier sieht sich und ihre Partei nicht nur als Verliererin: «Wir sind froh, dass wenigstens die völlig überladene Initiative deutlich bachab geschickt wurde."

Die SVP kämpfe nun dagegen, dass «plötzlich nicht doch viel mehr reglementiert wird, als dies der Gesetzesvorschlag vorsieht.» 

«Wir bedauern sehr, dass nun wieder eine Aufgabe mehr dem Staat übergeben worden ist», so Meier. Die Folge seien Kostenwachstum und deshalb Steuererhöhungen.

"Einen grossen Schritt weiter"

Regierungsrätin Susanne Hochuli zum Krippengesetz: «Wir sind einen grossen Schritt weiter gekommen»

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Für Susanne Hochuli ist die Annahme des Gegenvorschlags ein Erfolg. Die Regierungsrätin setzt sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Jetzt sei man "einen grossen Schritt weiter" gekommen.

Das «schlanke Rahmengesetz» ermögliche allen Aargauern einen «rechtsgleichen Zugang» zu Kinderbetreuungsangeboten. (smo)

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