Streitgespräch
Krankenkasse: Wermuth und Humbel duellieren sich zu den Prämien

Mehreren tausend Aargauern werden demnächst die Zuschüsse zu den Prämienbeiträgen gestrichen. SP-Nationalrat Cédric Wermuth sagt dazu: «Das ist ungerecht.» CVP-Nationalrätin Ruth Humbel meint: «Eine gute Gesundheitsversorgung muss auch finanziert werden.»

Dennis Kalt
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Die Krankenkassenprämien steigen und steigen. Die SP Aargau hat deswegen eine Volkinitiative lanciert, die verlangt, dass der Kanton in Zukunft mehr Prämienverbilligungen auszahlt. Vertreter dieser Position ist Cédric Wermuth (SP). Ihm gegenüber steht Ruth Humbel (CVP) und sagt: "Das können wir uns gar nicht leisten." Die beiden duellierten sich im Talk auf Tele M1.

Wermuth steigt mit der Aussage in die Diskussion ein: "Es gibt nur zwei Industriestaaten, in denen die Menschen noch tiefer für Gesundheitskosten in die Tasche greifen müssen, als in der Schweiz. Humbel kontert: "Der Kanton Aargau hat im Gegensatz zu anderen Kantonen seinen Beitrag von 38 Prozent an der Prämienverbilligung über die letzten Jahre gehalten.

Wermuth führt an: "Wir haben eine zunehmende Überlastung für kleine und mittlere Einkommen, was die Prämienzahlung anbelangt. Der Grossrat hat entschieden, dass nur noch Personen von der individuellen Prämienverbilligung profitieren, die mehr als 11,5 Prozent von ihrem verfügbaren Einkommen ausgeben müssen", und fügt hinzu, dass so tausende Aargauer aus der individuellen Prämienverbilligung rausflögen.

Humbel hält dagegen: "Viele Leute bekommen eine Prämienverbilligung, die dies absolut nicht nötig haben. Alle Leute, die Sozialhilfe bekommen, haben volle Prämienverbilligung. Alle Leute, die Ergänzungsleistungen bekommen, haben volle Prämienverbilligung."

"Das System krankt"

Wermuth argumentiert: "Die Regierung hat vorgerechnet, dass wenn der Schwellenwert auf 11,5 Prozent erhöht wird, die Sozialhilfekosten steigen sowie der Anspruch auf Ergänzungsleistungen", und schiebt nach: "Das System krankt an der Kopfprämie und am Leistungskatalog, der die Leute zwingt, über ein Drittel der Gesundheitskosten selbst zu zahlen. Wir müssen schauen, dass die Krankenkassenprämien nicht zu einer untragbaren Belastung für Familien und Leute mit mittleren Einkommen werden. Doch auf diesem Weg sind wir derzeit."

Humbel entgegnet: "Wir haben keine unsolidarische Finanzierung. Die Bevölkerung hat mehrmals bestätigt, dass sie dieses Modell will. Der Bund finanziert vier Milliarden in die Prämienverbilligung und 10 Milliarden indirekt über Steuern. Zudem haben wir einen demographischen Wandel und eine hochwertige medizinische Versorgung. Diese muss finanziert werden.

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