Die Walliser Krankenkasse will mit den Fastfood-Gutscheinen ihre junge Versicherten trösten, weil diese mit 19 beziehungsweise 26 Jahren in eine höhere Versicherungsklasse fallen und von nun an mehr Prämien bezahlen müssen.

Deshalb bekamen 931 junge Versicherte letzte Woche einen McDonald’s-Gutschein im Wert von zehn Franken. Gesundheitsexpertin Ruth Humbel sagt klipp und klar: «Es ist nicht Aufgabe einer Krankenkasse Trostpflaster zu verteilen. Diese Aktion ist nicht akzeptabel, denn die Mittel wurden zweckentfremdet. Mit den rund 10 000 Franken hätte die Walliser Kasse wohl besser die Prämien um einen Franken gesenkt.»

Falsche Anreize bei Jugendlichen

Die Aargauer Politikerin ist befremdet über ein «Trostpflaster», das sie als «generellen Werbegang für MacDonald’s empfindet.» Nein, sie habe nichts gegen das Unternehmen, aber den Zusammenhang mit der Gesundheit sehe sie nicht. Bei Jugendlichen erzeuge die Aktion falsche Anreize.

Befürchtet Ruth Humbel eine Signalwirkung im Hinblick auf andere Krankenkassen? «Nein», sagt die Gesundheitsexpertin. Müsste die Aktion allenfalls sogar aufs politische Parkett gehievt werden? Auch diesmal winkt Ruth Humbel dezidiert ab und betont: Die Walliser Krankenkasse zeige mit dieser Aktion vor allem eines: «Mangelnde Sensibilität im Hinblick auf die Aufgaben einer Krankenkasse.»