Suhr

Krankenheim von 30 Gemeinden: Neubau für demenzkranke Menschen verzögert sich

Der geplante Erweiterungsbau des Suhrer Krankenheims Lindenfeld hätte Ende 2017 eröffnet werden sollen.

Der geplante Erweiterungsbau des Suhrer Krankenheims Lindenfeld hätte Ende 2017 eröffnet werden sollen.

Das Submissionsverfahren für den Neubau vom Krankenheim Lindenfeld in Suhr muss abgebrochen werden, weil das Projekt stark verändert wurde.

Zwei mit einer Rampe verbundene Stockwerke, die Rundgänge ohne Begleitung ermöglichen; ein «Garten der Sinne» mit Pflanzen, Tieren und Rebenlaube: Der geplante Erweiterungsbau des Suhrer Krankenheims Lindenfeld mit dem Projektnamen «Haus am Teich» soll 20 Zimmer in einem Umfeld bieten, das speziell für Menschen mit Demenz geschaffen wird. «Ein eigentliches kleines Dorf», sagte Architekt Jürg Kissling im vergangenen Dezember an der Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbandes Lindenfeld. Der Trägerorganisation des Krankenheims gehören 30 Gemeinden aus dem Grossraum Aarau an. Die Versammlung sprach damals 8,6 Millionen Franken für den Neubau, der spätestens Ende 2017 eröffnet werden soll.

Dieser Termin ist nicht mehr einzuhalten. Der Gemeindeverband muss das Submissionsverfahren für die Bauvergabe an einen Generalunternehmer abbrechen. Grund sind gemäss Amtsblatt «wesentliche Änderungen der nachgefragten Leistung» sowie «veränderte Rahmen- und Randbedingungen». Laut Verfügung, die der az vorliegt, ist das Projekt seit der Ausschreibung im Herbst 2015 derart stark verändert worden, dass das Verfahren wiederholt werden muss. So ist neu eine Tiefgarage geplant, um mit 36 zusätzlichen Parkplätzen die Parkierprobleme beim Krankenheim Lindenfeld zu lösen. Zudem soll der Lift neu direkt in die Pflegeabteilungen führen. Einzelne Zimmer werden mit Trennwänden verbunden, was grössere Flexibilität ermöglicht. Die Zimmer sind grosszügiger, um diese bei Bedarf als Zweierzimmer nutzen zu können. Durch all diese Massnahmen vergrössert sich die Grundfläche des Neubaus.

Doch warum diese vielen Änderungen innert weniger als eines Jahres seit der Bauausschreibung? «Es wurden in der Zwischenzeit immer wieder neue Vorschläge und Wünsche an uns herangetragen, auch aus der Bevölkerung», so der Verbandspräsident und Suhrer Gemeindepräsident Beat Rüetschi. «Wir haben eine rollende Planung und konnten so noch Verbesserungen im Projekt aufnehmen.» Wie sich die Änderungen auf die Projektkosten auswirken, kann Rüetschi noch nicht genau sagen. «Eventuell braucht es einen Nachtragskredit.»

Formfehler bei Submission

Der Entscheid, das Submissionsverfahren abzubrechen, wurde auch durch ein Urteil des Verwaltungsgerichts beeinflusst: Dieses hat den Zuschlag des Bauauftrags an den Generalunternehmer Schär Holzbau AG aus dem Kanton Luzern aufgehoben, laut Beat Rüetschi wegen Formfehlern. Das Gericht gab damit einem unterlegenen Generalunternehmer teilweise Recht, der Beschwerde gegen die Bauvergabe eingelegt hatte.

Der Gemeindeverband schreibt die Bauarbeiten nun neu aus. Wann der Spatenstich stattfinden kann, ist laut Beat Rüetschi schwierig abzuschätzen. «Leider wird sich das Projekt stark verzögern.» Das hänge auch davon ab, wie schnell das Baugesuch für das überarbeitete Projekt bewilligt werden kann. Dieses liegt derzeit öffentlich auf. «Die Plätze für Menschen mit Demenz sind wichtig», so Rüetschi. «Wir hoffen, dass wir diese trotzdem bald realisieren können.»

Autor

Pascal Meier

Pascal Meier

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