Der Direktor der Interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch LU, Christoph Tanner, tritt per Ende März 2014 ab.

Grund sind unterschiedliche Auffassungen innerhalb der Schulleitung über die strategische Ausrichtung der grössten Polizeischule der Schweiz.

Die Differenzen zwischen Tanner und den Polizeidirektoren im Schulrat spitzten sich über längere Zeit zu, wie der Präsident des IPH-Schulrats, der Berner Polizeikommandant Stefan Blättler, auf Anfrage der sda sagte. In der Frage um die künftige Ausrichtung der Schule hätten sich unterschiedliche Vorstellungen entwickelt.

An der Polizeischule Hitzkirch kommt es zum Eklat

An der Polizeischule Hitzkirch kommt es zum Eklat

Dabei ist es laut Blättler unter anderem um das Weiterbildungsangebot, die Finanzierung sowie die schweizweite Positionierung der Polizeischule gegangen.

Der scheidende Direktor habe sich zudem mehr um die grossen Züge gekümmert als um Details im Tagesgeschäft, sagte der Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann, Präsident der Konkordatsbehörde, auf Anfrage. Dies sei im Schulrat kritisiert worden.

Die Meinungsverschiedenheiten hätten für Unruhe gesorgt. Schliesslich seien die Leitungsgremien und der Direktor zum Schluss gekommen, die Zusammenarbeit zu beenden, sagte Hofmann.

Winzenried, der Troubleshooter

Die interimistische Leitung der Schule wird vom abtretenden Chef der Kriminalpolizei des Kantons Aargau, Urs Winzenried, übernommen, teil die Staatskanzlei des Kantons mit.

Christoph Tanner war 2005 von den Polizeidirektoren der Nordwest- und der Zentralschweiz in ihrer Funktion als Konkordatsbehörde zum ersten IPH-Direktor gewählt worden und hatte sein Amt im Herbst desselben Jahres angetreten. Somit hatte er die operative Verantwortung bereits im Projektstadium übernommen und die Schule zu einer finanziell gesunden Institution weiterentwickelt.

In seiner Zeit als Direktor wurden insgesamt rund 1'400 Polizistinnen und Polizisten erfolgreich ausgebildet.

Grund für die einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses per Ende März 2014 sind unterschiedliche Auffassungen bezüglich der Führung und der strategischen Ausrichtung der IPH. Die Konkordatsbehörde sowie der Schulrat danken dem abtretenden Direktor für die geleistete Arbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.

Übergangslösung in der Direktion

Die operative Führung der IPH wird neu interimistisch von Urs Winzenried wahrgenommen. Sowohl die Konkordatsbehörde als auch der Schulrat freuen sich, mit ihm einen fundierten Kenner der Polizei für die Funktion gefunden zu haben.

Urs Winzenried stösst nach 35 Dienstjahren als Chef Kriminalpolizei der Aargauer Kantonspolizei zum Bildungsinstitut. Er war zudem bereits von Beginn weg als IPH-Instruktor tätig.

Stelle muss neu besetzt werden

Die Stelle des Direktors wird zu gegebener Zeit öffentlich ausgeschrieben werden.

Die IPH ist die Ausbildungspartnerin der Polizeikorps der Zentral- und Nordwestschweiz und ein regional tätiges Seminarzentrum.

Dem Konkordat IPH gehören die elf Kantone Aargau, Basel-Landschaft und Basel-Stadt, Bern, Luzern, Nid- und Obwalden, Schwyz, Solothurn, Uri und Zug an. Jährlich werden rund 300 Absolventinnen und Absolventen im Alter zwischen 22 und 35 Jahren auf ihre künftigen Aufgaben als Polizistin und Polizist vorbereitet.