Bundesgericht
Kosovare überfiel mehrere Taxifahrer – nun wird er ausgeschafft

Obwohl er seit 17 Jahren in der Schweiz wohnt, muss ein 22-jähriger Kosovare das Land verlassen. Er hatte Taxifahrer beraubt und mit einem Paintball-Gewehr wahllos auf Passanten geschossen.

Urs-Peter Inderbitzin
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Der Kosovare überfiehl Taxifahrer (Symbolbild).

Der Kosovare überfiehl Taxifahrer (Symbolbild).

Keystone

Der heute 23-jährige Mann aus dem Kosovo war im April 1995 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz gekommen.

Im November 2010 wurde der Kosovare vom Bezirksgericht Muri wegen bandenmässigen Raubs, mehrfacher Körperverletzung, mehrfacher Sachbeschädigung, Diebstahls und Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt, wovon er 13 Monate abzusitzen hatte.

Taxifahrer überfallen

Dem Kosovaren wurde vorgeworfen, Taxifahrern ein Fahrradkabelschloss um den Hals gelegt zu haben, um ihnen die Tageseinnahmen zu rauben. In einem andern Fall hatte der Verurteilte einem Taxifahrer ein Messer an den Hals gesetzt, um dessen Portemonnaie zu behändigen.

Es ging ihm dabei darum, zu Geld zu kommen, um sich in einem Schnellimbiss zu verpflegen. Verurteilt wurde der Mann auch, weil er mit einem Paintball-Gewehr wahllos und wiederholt auf Passanten geschossen hatte, die unter anderem am Gesicht verletzt wurden. Gelegentlich war der Kosovare zudem mit einem Fahrzeug unterwegs, obschon er gar keinen Führerausweis besass.

Wegweisung verhältnismässig

Noch bevor der Mann seine Strafe abgesessen hatte, entzog ihm das Migrationsamt des Kantons Aargau die Niederlassungsbewilligung und wies ihn aus der Schweiz weg. Sowohl das Aargauer Rekursgericht für Ausländerrecht als auch das Bundesgericht haben das Vorgehen abgesegnet.

Unbestritten war vor den Lausanner Richtern, dass der Kosovare mit der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe die Voraussetzungen für einen Entzug der Niederlassungsbewilligung geschaffen hatte. Entgegen der Auffassung des Kosovaren erweist sich die Wegweisung aus dem Land auch als verhältnismässig.

Das Bundesgericht verweist auf das erhebliche Verschulden und die beträchtliche kriminelle Energie sowie auf eine nicht zu vernachlässigende Rückfallgefahr.

Der Kosovare ist beruflich in der Schweiz nicht integriert; er hat keine Berufsausbildung und verfügt auch nicht über eine Anstellung. Eine Rückkehr in den Kosovo sei ihm deshalb zumutbar, zumal ein Teil seiner Familie im Kosovo lebt.