Bundesgericht
Kosovare erhält keine Aufenthalts-Bewilligung, um im Aargau seine Mutter zu pflegen

Das Bundesgericht hat eine spezielle Beschwerde eines 40-Jährigen aus dem Kosovo abgelehnt. Dieser wollte per Familiennachzug in die Schweiz kommen und seinen gesundheitlich angeschlagenen Eltern beistehen.

Philipp Zimmermann
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Ein Mann aus dem Kosovo wollte in die Schweiz, um seinen gesundheitlich angeschlagenen Eltern beizustehen. (Symbolbild)

Ein Mann aus dem Kosovo wollte in die Schweiz, um seinen gesundheitlich angeschlagenen Eltern beizustehen. (Symbolbild)

Keystone/GAETAN BALLY

Für Ausländer in der Schweiz besteht die Möglichkeit, einen Familiennachzug für Ehepartner oder eigene Kinder zu beantragen. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. So darf die betroffene Person nicht zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden sein. Auch darf der Familiennachzug nicht zu einer Sozialhilfeabhängigkeit führen.

Letztes Jahr hat ein Kosovare einen speziellen Antrag beim Amt für Migration und Integration des Kantons Aargau (Mika) auf Familiennachzug gestellt. Der Mann lebt im Kosovo und wollte zu seinen Eltern in der Schweiz ziehen dürfen. Besonders ist der Antrag nur schon wegen seines Alters: Er ist heute schon 40 Jahre alt. Normalerweise bezieht sich ein solcher Antrag auf Kinder oder Jugendliche. Das Schweizer Gesetz sieht bei Nicht-EU-Ländern wie dem Kosovo den Familiennachzug von Kindern bis zum Alter von 18 Jahren vor.

Mutter pflegebedürftig

Besonders ist auch die Begründung: Der Sohn gibt an, dass er seinen Eltern «beistehen» will. Diese sind gesundheitlich angeschlagen, die Mutter ist gar pflegebedürftig.

Nachdem das Mika sein Gesuch ebenso ablehnte wie das Aargauer Verwaltungsgericht seine folgende Beschwerde, zog er vor das Bundesgericht. Der zuständige Bundesrichter in Lausanne ist auf seine Beschwerde allerdings gar nicht erst eingetreten und hat ihm die Gerichtskosten von 500 Franken auferlegt.

Im Urteil führt es aus, dass hier kein Anspruch auf Familiennachzug vorliegt. Als Begründung für den Kosovaren wäre allenfalls Artikel 8 der Menschenrechtskonvention in Betracht gefallen. Dieser gewährleistet das Recht auf Achtung des Familienlebens. Dabei wäre ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihm und seinen Eltern erforderlich. Ein solches liege in diesem Fall aber nicht vor.

Urteil: 2C_686/2016