Überwachungssysteme

Kontrollschildscanner auf Aargauer Strassen sind noch nicht vom Tisch

Der Grosse Rat lehnte am Dienstag mit 57 Ja zu 64 Nein-Stimmen ein Postulat ab, das stationäre Kontrollschildscanner, mit denen Autodiebe besser ermittelt und gefasst werden können, verlangte. Der Regierungsrat denkt trotzdem darüber nach.

Im Parlament wurden die Überwachungssysteme abgelehnt. In der Antwort des Regierungsrats auf das Postulat von Roland Basler (BDP) steht aber: «Im Budget 2013 hat die Kantonspolizei Aargau die Beschaffung eines mobilen AFV-Systems (Automatisches Fahrzeugfahndungs- und Verkehrsüberwachungssystem) eingestellt.»

Das bedeutet, eine mobile Anlage ist vorgesehen. «Das heisst aber noch nicht, dass sie auch definitiv kommt», hiess es auf Anfrage beim Departement Volkswirtschaft und Inneres. Ein stationäres System kommt aber für den Regierungsrat nicht infrage, da es zu teuer sei und der Standort schnell bekannt sein würde.

Grenzwachtkorps hat Erfahrung

Neben der Thurgauer Kantonspolizei und der Stadtpolizei Zürich verwendet auch die Grenzwache sowohl stationäre als auch mobile AFV-Systeme. Das Grenzwachtkorps arbeitet seit mehreren Jahren mit diesen Geräten und versucht auch im Kanton Aargau, Autodiebe zu fassen. Konkret heisst das, dass die erfassten Daten des Systems mit dem Datensatz «Fahrzeugschilder» des nationalen Fahndungssystems Ripol abgeglichen werden. So werden Fahrzeugdiebe eruiert und ausfindig gemacht. «Die Kameras sind ein effektives Hilfsmittel und eine Ergänzung zu den Mitteln des Personals», sagt Attila Lardori, Fachmitarbeiter Medien bei der Eidgenössischen Zollverwaltung.

Zu genauen Einsatzorten im Aargau, zu operativen Belangen und zur Anzahl der Geräte wollte sich Lardori aus einsatztaktischen Gründen nicht äussern. «Wer beispielsweise mit einem gestohlenen Fahrzeug unterwegs ist und wüsste, wo genau eine Kontrolle stattfindet, würde dann sein Bewegungsbild anpassen», begründet er.

Test im Bareggtunnel vor 14 Jahren

Das Grenzwachtkorps unterstützt mit seinen Anlagen auch die Aargauer Kantonspolizei. Wenn die Kapo beispielsweise bei einer grösseren Fahndungs- und Verkehrskontrolle eine solche Anlage benötigt, kann sie ein mobiles AFV-Team der Grenzwache aufbieten.

Zwischen Mai und Oktober 1998 wurde ein automatisches Fahrzeugnummern-Erkennungssystem mit dem Namen AFNES-1 bereits einmal im Aargau getestet (die Aargauer Zeitung berichtete). Der Versuch, der im Bareggtunnel Richtung Bern durchgeführt wurde, war damals ein Erfolg: dank des englischen Systems ermittelte die Kantonspolizei unter anderem 31 gestohlene Autos.

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