Universus
Kontrastvolles Spiel zum Fest voller Überraschungen

Das Festspiel zur Badenfahrt sollte man gesehen haben: Der Kurpark als einfach Bühne, prägnante Kulissen, dazu witzig umgesetzte Historie mit Musik und Tanz, Pantomime, Monologen, Gesang und Akrobatik.

Roman Huber (Text) und Chris Iseli (Fotos)
Merken
Drucken
Teilen
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
37 Bilder
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Das Festspiel Versus
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.
Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.

Badenfahrt Festspiel Universus Das Festspiel Universus im Kurpark Baden.

Chris Iseli/Badenfahrt

Wer des Inhaltes wegen in den ersten fünfzehn Minuten wieder von der Zuschauertribüne herunterstieg, hatte etwas verpasst: Ein übers Ganze gesehen unterhaltsames Festspiel, das die Bezeichnung Spektakel über weite Strecken verdient und bei abendlicher Frische Gemüter und Herzen zu erwärmen, ja sogar zu erobern vermag.

Wenn der Rahmen der Story auch etwas abgedroschen erscheint («wir machen ein Badenfahrt-Festspiel!»), so ist er mit der einfachen Bühne des Kurparks als Basis und der mit unerwarteten Einfällen bespickten Inszenierung greifbar: Der Regisseur (gespielt von Matthias Rüttimann) möchte im Kurpark ein Festspiel auf die Beine stellen, dessen Inhalt die Badener Geschichte sein soll. Problem (in Analogie zur Stadt): Das Budget muss eingehalten werden. Der auswärtige Regisseur tut sich mit der Historie schwer, macht aus 2000 1000 Jahre Bädergeschichte, wobei ihn der Chor der Einheimischen korrigiert. Gerade mit diesen dialogischen Feinheiten, als wiederkehrende Elemente, wie auch mit Tanz und Chorgesang verleiht der Regisseur des Festspiels (Philipp Boé) dem Stück einen unterhaltsamen Faden.

Die epochenverbindende Figur des Parkarbeiters (Mike Holsbeke) wird von Beginn weg Publikumsliebling. Er markiert mit seiner Bühnenpräsenz und seinen hervorragenden clownesken Einlagen seine tragende Rolle.

Die Geschichte kommt zwischendurch etwas gar sprunghaft daher, was der Regisseur wohl bezweckt, das Publikum aber eher irritiert. Da kommen die römischen Heerscharen, bauen im Aquae Helveticae ihren Tempel auf und frönen den Badefreuden. Der etwas langatmige Akt erfährt durch den Einfall der Wilden ein abruptes Ende.

Mit der Episode um die blinde Dichterin Luise Egloff erfolgt ein gar grosser Sprung ins 19. Jahrhundert. Der dramaturgische Link zur Poesie überrascht aber durch die sympathische Umsetzung. Mit dem Eintritt von Hermann Hesse ins Bädergeschehen wird es etwas langfädig, wobei die akrobatischen Einlagen am Tuch sowie am Ring in luftiger Höhe faszinieren.

Die prägnante und sehr stimmige Live-Musik mit Schlagzeug und Keyboard/Synthesizer schafft es eindrücklich, auch szenische eher leere Passagen mit zartem, dann wieder elektronischem oder rockigem Sound zu füllen. Nahezu symptomatisch erfährt das Stück dort eine wesentliche Steigerung, wo es als Musical weiter zelebriert wird. Nahezu vergessen geratene Badener Highlights liefern die historischen Fixpunkte, so unter anderem das Musical Space Dream. Kurz erwähnt werden (aktualitätshalber?) Royal und Nordportal.

Im fulminanten Schlusspart in Musical-Form wird ausgiebig daran erinnert, dass in Baden – zur Erleichterung der Hausfrauenarbeit (heute auch Hausmänner-) die Waschmaschine Merker Bianca geschaffen wurde.

Gut 80 Mitwirkende, herrliche Kostüme, Requisiten und Kulissen, harmonische Tanz- und Gesangspassagen, präzis und stimmig eingesetztes Licht, Effekte am richtigen Ort – ein Festspiel, das unter dem Strich gut unterhält und im Programm wie auch in der Festzeitung durchaus mehr Platz verdient hätte. – Nach «Siegawyn und Ethelfrieda» (1977) und «Humphrey Boogart» (1987) ist dieses Festspiel kein Eigengewächs. Und ein auswärtiger Regisseur hat es in Baden wohl nicht leicht.