Wirtschaft

Konjunkturbarometer: Die AKB registriert eine solide Stimmung bei Konsumenten

Die Stimmung bei den Konsumenten ist solid, so die Aargauische Kantonalbank.

Die Stimmung bei den Konsumenten ist solid, so die Aargauische Kantonalbank.

Der Chefökonom der Aargauisschen Kantonalbank ist überzeugt, dass die Nationalbank bei einer weiteren Aufwertung des Frankens verstärkt intervenieren wird.

Der Aargauer Konjunkturbarometer der Aargauischen Kantonalbank (AKB) und der kantonalen Standortförderung Aargau Services schliesst das Jahr 2019 mit einer positiven Note ab. Wie die AKB mitteilt, stieg der Barometer zum vierten Mal in Folge.

Die sehr solide Konsumstimmung reflektiere sich in den Autoverkäufen. So wurden letztes Jahr gesamtschweizerisch 3,9 Prozent mehr Autos immatrikuliert als im Vorjahr.

Garagengewerbe im Aargau ist gut ausgelastet

Zu einzelnen Kantonen gibt es zwar keine aktuellen Statistiken, Internetdaten lassen jedoch vermuten, so die AKB, «dass die Verkäufe im Kanton Aargau noch höher als im Schweizer Mittel ausgefallen sind». Generell sei das Garagengewerbe im Kanton Aargau gut ausgelastet, wobei hier die konjunkturunabhängigen Reparatur- und Servicearbeiten besonders ins Gewicht fallen.

Dass die Autoverkäufe so gut laufen, ist zwar ein rechter Kontrapunkt zur aktuellen Klimadebatte. Immerhin findet diese in den Verkäufen insofern einen Niederschlag, als 2019 erstmals mehr als jedes zehnte neue Auto in einem Kalenderjahr über einen alternativen Antrieb verfügte. Der Anteil von Elektro-, Hybrid-, Gas- und Wasserstoff-Modellen lag bei 13,1 Prozent.

Positiv und negativ halten sich bei Industrie die Waage

Besonders erfreulich für den industrie- und exportstarken Kanton Aargau sind die Frühindikatoren der Industrie. Sie tendieren höher. Während die letzten Aussenhandelsdaten enttäuschten, gab es positive Zeichen aus der Industrie.

Der Einkaufsmanager-Index für die Schweizer Industrie (Swiss PMI) schloss im Dezember ziemlich genau auf der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Zuvor lag er während acht Monaten darunter, heisst es im AKB-Konjunkturbarometer. Die Zone von 50 Punkten heisst: Positive und negative Trendmeldungen der Umfrageteilnehmer hielten sich die Waage. Erfreulich sei vor allem der wieder höhere Auftragsbestand, heisst es weiter.

Leichter Abbau bei Industriearbeitsplätzen

Wermutstropfen der Dezemberumfrage ist der leichte Abbau von Arbeitsplätzen in der Industrie. Der ebenfalls von Aargau Services und der AKB herausgegebene und analog erhobene gesamtschweizerische Benchmark – der Swiss Index – stieg im Dezember sogar um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresstand auf 99,3 Punkte.

Der Swiss Index, bei welchem die Finanzmarkt-Komponente erheblich höher gewichtet ist, notiert somit nur noch 0,7 Punkte unter dem langjährigen Durchschnitt von 100 Punkten. Das Momentum der beiden Indizes sollte mit einer Verzögerung von rund drei bis sechs Monaten durch die offiziellen Wirtschaftsdaten widergespiegelt werden.

Aktuell zeigt die Hochrechnung für den Kanton Aargau für 2019 ein reales Jahreswachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,6 Prozent an, für die ganze Schweiz ein solches von 0,8 Prozent.

Das ist etwas weniger, als noch vor einem halben Jahr erwartet worden ist. Zu sagen ist allerdings, dass sich in dieser Hochrechnung die seit 2018 bereits rückläufigen Barometerdaten spiegeln. Die wieder positiveren Daten (Erwartungen) des Aargauer Konjunkturbarometers aus der zweiten Hälfte 2019 finden dann in der Hochrechnung für das Jahr 2020 ihren Niederschlag, sagt AKB-Chefökonom Marcel Koller.

Diese Hochrechnung werden AKB und Aargau Services im 1. Quartal 2020 erstmalig publizieren. Er könne dazu aktuell noch keine Zahlen nennen, das wäre derzeit bloss ein Blick in die Kristallkugel, so Koller.

Nationalbank schaut sehr aufmerksam hin

Vor einem halben Jahr sagte der Chefökonom an dieser Stelle auch, die Wirtschaft könne heute mit einem Eurokurs von 1.10 Franken leben, und: «Wenn der Euro aber wie aktuell noch weiter sinkt, dann wird es für viele Exportfirmen wieder eng. Erst recht dann, wenn sie Produkte produzieren, die kein Alleinstellungsmerkmal aufweisen.»

Nun sank der Euro gestern sogar unter 1.08 Franken. Man gehe weiter davon aus, sagt Koller zur aktuellen Entwicklung, «dass der Aufwertungsdruck auf den Franken aufgrund vieler politischer Risiken und entsprechender Unsicherheit hoch bleibt.»

Er sei aber überzeugt, «dass die Schweizerische Nationalbank die Entwicklung sehr aufmerksam verfolgt und bei einer weiteren Aufwertung des Frankens verstärkt intervenieren wird».

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