Kölliken
Kompromissvorschlag: So soll die Sondermülldeponie erblühen

Ob die Naturschützer mit dem im Mitwirkungsverfahren aufgelegten Vorschlag einverstanden sein werden?Die Interessen der Naturschutzorganisationen bestehen primär darin, das bestehende Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung im östlichen Bereich zu erhalten.

Urs Helbling
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Das SMDK-Areal soll primär landwirtschaftlich genutzt werden: hellgelbe Fläche unter den Einfamilienhäusern (gepunktet hellgelb sind die Fruchtfolgeflächen). Dunkelgelb sind die Magerwiesen, olivgrün der Wald, türkis die Naturschutzzone.

Das SMDK-Areal soll primär landwirtschaftlich genutzt werden: hellgelbe Fläche unter den Einfamilienhäusern (gepunktet hellgelb sind die Fruchtfolgeflächen). Dunkelgelb sind die Magerwiesen, olivgrün der Wald, türkis die Naturschutzzone.

CH Media

Raumplanerisch ist die Sondermülldeponie Kölliken (SMDK) heute eine weisse Fläche. Seit gestern ist aber klar, wie sich der Gemeinderat Kölliken und der Kanton die Nutzung der Oberfläche der ehemaligen Giftmülldeponie vorstellen. Das Mitwirkungsverfahren ist eingeleitet, dereinst wird die Teilrevision von der Gemeindeversammlung genehmigt werden müssen. Interessant wird sein, ob sich die Umweltorganisationen mit dem Kompromissvorschlag zufriedengeben, oder ob sie auf ihren früher geäusserten Maximalforderungen beharren. Klar ist, dass knapp 5 Hektare der Landwirtschaftszone zugewiesen werden sollen – zwei Drittel der ehemaligen Grubenfläche. Auf gut 3,3 Hektare, auf dem relativ flachen «Plateau» entlang der Hofstrasse, sollen Fruchtfolgeflächen geschaffen werden. Unmittelbar südlich sollen auf 1,5 Hektare Magerwiesen entstehen. Diese würden zur ökologischen Vielfalt beitragen, heisst es im Planungsbericht.

Hauptziel ist die Stabilisierung des rutschenden Hangs

«Bei der Endgestaltung und der damit verbundenen Zonierung des Areals spielen verschiedenste Interessen mit», heisst es im Planungsbericht. «Das wichtigste öffentliche Interesse ist es, möglichst bald und nachhaltig eine Sicherung der Hangstabilität zu erreichen.» Der durch den einstigen Tonabbau fehlende Fels muss durch eine etwa zehn Prozent grössere Menge an weniger festem und weniger dichtem Aushub ersetzt werden. Nur so könne die aktuelle Rutschung (bis ein Zentimeter pro Jahr) gestoppt und der Hang für die kommenden Generationen stabilisiert werden», schreibt die SMDK.

Die Wiederauffüllung der vom Gift befreiten Grube ist im Gang. Allerdings mangels Material in gemächlichem Tempo. Die SMDK hofft auf Aushub vom neuen Kantonsspital Aarau.

Die Landwirtschaft habe ein Interesse auf der dereinst rekultivierten Fläche auch produktive Böden zu erhalten, die intensiv bewirtschaftet werden könnten, heisst es im Planungsbericht. Also Fruchtfolgeflächen.

Ein Teil der Bäume muss abgeholzt werden

Die Interessen der Naturschutzorganisationen bestehen primär darin, das bestehende Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung im östlichen Bereich zu erhalten. Das wird nicht einfach, denn es hat sein Wasser aus einer Drainageleitung, die nach der Vollendung der Auffüllung aufgehoben und rückgebaut wird. Es muss ein Konzept für eine andere Speisung mit Wasser erarbeitet werden. «Da es sich um ein nationales Schutzobjekt handelt, ist der Kanton für die Umsetzung zuständig», heisst es. Das Biotop soll Teil eines Vernetzungskorridors werden.

Die Waldfläche zwischen den bestehenden Gehölzen soll um 15,7 Are vergrössert werden. Allerdings muss ein Teil der bisherigen Bäume abgeholzt werden, damit das 42 Are grosse Terrain aufgefüllt werden kann (Hangstabilisierung). Danach wird der Wald neu angepflanzt.

Die Planer sind überzeugt von ihrem Werk: «Die verschiedenen Interessen wurden gegeneinander abgewogen und es konnte eine Lösung gefunden werden, die alle Interessen berücksichtigt.» Bis am 12. Oktober kann sich jedermann zu den Vorschlägen äussern.