Die Hirslanden Klinik in Aarau weist gute Zahlen aus. Die Zahl der Patienten stieg um drei Prozent auf 8898, diejenige der Pflegetage stieg entgegen dem Trend, dass mit der Abrechnung unter SwissDRG die Hospitalisationsdauer kürzer wird, um 7 Prozent, weil mehr komplexe Fälle behandelt werden.

Man konnte sich über 791 Geburten freuen, die Zahl der Vollzeitstellen hat die magische Zahl 500 übersprungen. Der durchschnittliche Fallschweregrad ist inzwischen vergleichbar hoch wie beim Kantonsspital Aarau.

Direktor Philipp Keller am Jahresmediengespräch in Aarau: «Wir wollen uns im spezialisierten Bereich weiterentwickeln.» Insgesamt habe sich die Klinik stabil entwickelt.

Man hätte in der Privatklinikgruppe also zu ihrem diesjährigen 25-jährigen Bestehen viel Grund zur Freude. Doch die Umsetzung der neuen Spitalfinanzierung bereitet Bauchweh.

Keller verweist darauf, dass einige Kantone (er meint nicht den Aargau), die neue Spitalfinanzierung nicht so umsetzen, wie es vom Gesetz gewollt ist. Keller kritisiert «zum Teil massive Wettbewerbsverzerrungen».

Alle Rechnungen nochmals

Kein guter Tag war für die Klinik der letzte Freitag. Da gab die Kantonsregierung die definitiven Tarife bekannt, nach denen die Spitäler mit den Kassen abrechnen können. Die provisorischen Tarife der Kantonsspitäler wurden bestätigt, derjenige der Hirslanden Klinik, der Klinik im Park und der Asana-Gruppe (Leuggern und Menziken) leicht gesenkt.

Das breche der Klinik gewiss nicht das Genick, so Keller. Doch er ärgert sich, weil die Rückerstattungen aufgrund des rückwirkend tieferen Tarifs bei Tausenden von Rechnungen grossen Aufwand verursachen.

Laut Keller überlegt sich Hirslanden, ob man wie schon in Zürich auch im Aargau vor Bundesverwaltungsgericht Beschwerde einreichen will. Ein Entscheid dazu könnte eventuell schon heute Mittwoch fallen.

«Ohne und gegen Privatspitäler»

Sorgenvoll blickt die Klinik, die auch mehrere Sparten der Bauchchirurgie anbietet, auch auf das Beschlussorgan «Hoch spezialisierte Medizin» (HSM Schweiz) der Kantone. Die Hirslanden Klinik ist für diese Bereiche vom Kanton Aargau auf der aktuellen Spitalliste nicht geführt.

Der Entscheid ist vor Bundesverwaltungsgericht hängig. In der Hirslanden steht man unter dem Eindruck, HSM Schweiz agiere «ohne und gegen die Privatspitäler», so Keller. Die Klinik wird dem Kanton für die neue Spitalliste 2015 Antrag auf Weiterführung der Bauchchirurgie stellen.

So oder so plant die Klinik eine zusätzliche Bettenstation, richtet ihr Notfallzentrum aufgrund erhöhter Eintritte von stationären Patienten (150 bis 200 Eintritte pro Monat) neu aus und eröffnet im Herbst ein Gastroenterologiezentrum.