Ende April legte die Aargauer Regierung die neue Variante seines Schulstandort-Konzept für die Mittel- und Berufsschulen vor. Ausgearbeitet hatte sie das Departement Bildung, Kultur und Sport von SVP-Bildungsdirektor Alex Hürzeler. Nun äussert sich die zuständige Grossratskommission zu den Plänen. 

Zwei Pfeiler des neuen Konzepts stossen bei ihr gemäss Mitteilung vom Donnerstag auf Ablehnung: 

1) Die Verschiebung der Wirtschaftsmittelschule (WMS) von Aarau nach Zofingen. Diese sollte die Alte Kantonsschule Aarau entlasten und den Mittelschulstandort Zofingen entlasten. Deshalb schlägt die Kommission vor, im Gegenzug das Dekret über die Mittelschulen so zu ändern, dass das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) - bei Bedarf - Kantonsschüler einer anderen als der gewünschten zuteilen zu können. Damit liesse sich sicherstellen, dass sich die Zahl der Kantonsschüler in Zofingen in den nächsten Jahren erhöht und der Mitteschulstandort gesichert wird. 

2) Die Schliessung des KV-Standorts in Brugg. Die Kommission fordert weniger Änderungen in der Berufsbildungslandschaft im Kanton Aargau als von der Regierung vorgeschlagen. Die Regionen sollen "stärker berücksichtigt und die finanziellen Folgen weniger gewichtet werden", schreibt sie in ihrer Mitteilung. 

Die übrigen Änderungsvorschläge heisst die Kommission gut. Dazu gehören: Die Berufsfachschulen in Wohlen und Zofingen sollen entflochten werden. Die BW Zofingen verliert das KV, das BBZ Freiamt die gewerblich-industrielle Abteilung. Die Informatikmittelschule zügelt von Aarau nach Baden. Die kantonale Schule für Berufsbildung (KSB) verlässt das Areal der Alten Kanti Aarau, neue Räume werden gesucht. Für das Berufsbildungskonzentrum Niederlenz wird - ausserhalb des neuen Konzepts - eine neue Lösung gesucht.

Der Grosse Rat wird die Vorlage vermutlich Ende August bis Anfang September behandeln. 

Die erste Variante des BKS zum neuen Standortkonzept der Berufs- und Mittelschulen stiess auf grosse Ablehnung.