Kommentar
Wer in die Ferien will, soll den Corona-Test selber bezahlen

Der Ansturm auf Corona-Tests ist derzeit gross. Es braucht grössere Kapazitäten. Wie sie geschaffen werden könnten – unser Kommentar.

Eva Berger
Eva Berger
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Viele Schweizerinnen und Schweizer verreisen in die Ferien und müssen sich deshalb testen lassen.

Viele Schweizerinnen und Schweizer verreisen in die Ferien und müssen sich deshalb testen lassen.

Keystone

Spitäler, Apotheken und Arztpraxen haben es derzeit vor allem mit Testwilligen zu tun, die in die Ferien möchten. Für Auslandreisen braucht es in aller Regel einen negativen Covid-19-Test – oder man ist vollständig geimpft oder genesen. Es ist also kein Wunder, werden jetzt, in den Sommerferien, die Anbieter überrannt. Es ist ebenso wenig überraschend, sind die Testwilligen ­frus­triert, wenn sie leer ausgehen. Schliesslich ist der Flug gebucht.

Der Bund hält die Bevölkerung dazu an, sich regelmässig auf das Coronavirus testen zu lassen. Er übernimmt darum die Kosten für die Selbst- und Antigen-Schnelltests, teilweise auch für die genaueren PCR-Tests. Das Ziel der Impf- und Testoffensive ist es, die Pandemie unter Kontrolle zu haben. Es ist darum zentral, dass sich weiterhin Leute mit Symptomen oder besonders Exponierte testen lassen können. Den Ferienhungrigen kann man die Tests aber auch nicht vorenthalten. Die Kapazitäten müssen also erhöht werden.

Die Frage ist nur, wer das bezahlt. Eben hat der Bund den Tarif für die Antigen-Schnelltests gesenkt. Die Apotheker etwa werden damit kaum zusätzliches Personal einstellen wollen. Eine Lösung wäre, dass alle Tests fürs Freizeitvergnügen selber bezahlt werden. Damit würden die Anbieter den Preis so festlegen, dass sie mehr Tests durchführen können. Beliebt wäre das nicht. Aber diese paar zusätzlichen Franken dürften einem die Ferien eigentlich wert sein.