Kommentar
Massentests statt Massenquarantäne – der Kanton Aargau verfolgt eine gute Strategie

Negative gesundheitliche Folgen können bei den Coronatests ausgeschlossen werden. Der Kanton Aargau setzt zudem auf Spucktests. Ein Kommentar.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Die Mellinger Turnhalle wurde am 4. Februar zum «Massentest-Zentrum».

Die Mellinger Turnhalle wurde am 4. Februar zum «Massentest-Zentrum».

Britta Gut

Ein weinendes Kind, das schreit und verängstigt auf das lange Stäbchen schaut, das ihm in die Nase geschoben wird: Dieses Video aus Mellingen, wo letzte Woche rund 200 Schüler zum Coronamassentest antreten mussten, zeigt keine schöne Szene. Körperverletzung, Misshandlung oder gar Kinderfolter, wie es in manchen Kommentaren zu lesen war, sind die unangenehmen Tests aber nicht.

Was für die Kinder erschreckend und auch etwas schmerzhaft sein kann, hat seinen Sinn: Es bewahrt sie und ihre Angehörigen davor, das Coronavirus weiterzuverbreiten. Laut dem Bundesamt für Gesundheit werden rund 50 Prozent aller Infizierten von Personen angesteckt, die keine Symptome der Krankheit haben. Wenn es gelingt, mit Massentests möglichst viele dieser asymptomatischen Kranken zu identifizieren, kann die Verbreitung des Virus gebremst werden.

Ein Test ist keine Impfung, dem Körper werden weder mRNA-Informationen noch Virenteile zugeführt. Negative gesundheitliche Folgen von Coronatests können ausgeschlossen werden. Dies gilt umso mehr, als der Kanton für die freiwilligen Massentests nach den Sportferien eine absolut schmerzfreie Variante gewählt hat: Spucktests statt der unangenehmen Stäbchen in der Nase. Obligatorisch, wie im Kanton Zug, müssen die Tests im Übrigen nicht sein. Die grosse Mehrheit der Eltern dürfte einsehen, dass die Massentests helfen, eine Massenquarantäne oder gar Schulschliessungen zu verhindern.