Kommentar
Der Aargau startet im Blindflug ins neue Schuljahr

Covid-19-Spucktests sind frühestens ab Mitte August wieder verfügbar. Die Verantwortlichen im Kanton Aargau verzichten auf alternative Schutzmassnahmen, um Ausbrüche an Schulen zu verhindern. Damit nehmen sie Schulschliessungen in Kauf.

Noemi Lea Landolt
Noemi Lea Landolt
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Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Zofingen im vergangenen Schuljahr.

Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Zofingen im vergangenen Schuljahr.

Britta Gut

Die Coronafallzahlen steigen wieder. Mitschuldig am Anstieg sind auch Personen, die aus den Ferien zurückkehren. Im Aargau haben sich noch nie so viele Infizierte im Ausland angesteckt wie in den letzten Tagen. Und ab nächster Woche sitzen einige dieser Reiserückkehrer wieder in den Klassenzimmern.

Mit regelmässigen Spucktests könnte dem erhöhten Risiko von Coronaausbrüchen an Schulen begegnet werden. Die
Verantwortlichen im Aargau wollten dies tun. So hätten Infizierte ohne Symptome früh entdeckt und isoliert werden können. Aber der Lieferant der Spucktests kämpft ausgerechnet jetzt mit Problemen. Die Testkits sind frühestens ab Mitte August wieder verfügbar.

Anstatt mit einer Alternative zu den Spucktests, startet der Kanton Aargau im Blindflug ins neue Schuljahr. Offenbar halten die Verantwortlichen Nasen-Rachen-Abstriche – wie sie Ungeimpfte für gewisse Auslandreisen oder Clubbesuche brauchen – für unzumutbar. Auch eine Wiedereinführung der Maskenpflicht wird es nicht geben. Im Gegenteil: Die Ende Juni beschlossenen Lockerungen treten in Kraft. Ab Montag müssen Berufsschülerinnen und Mittelschüler keinen Mundschutz mehr tragen.

Mit seinem Entscheid geht der Kanton Aargau ein Risiko ein. Die Verantwortlichen nehmen Klassenquarantänen und Schulschliessungen in Kauf. Damit tun sie weder Schülern und Lehrerinnen, noch den Eltern einen Gefallen.

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