Kommentar
Covid-Massnahmen: Nicht gebannt auf Verbote von oben warten

Der Aargauer Regierungsrat verschärft unter anderem die Maskenpflicht wieder. Was bringen die neusten Massnahmen wirklich – und was kann jeder einzelne tun?

Rolf Cavalli
Rolf Cavalli
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Die neuen Covid-Massnahmen im Kanton Aargau sind schnell zusammengefasst: Wieder vermehrt Maskenpflicht und Trinken nur am Tisch.

Das korrespondiert nur bedingt mit den jüngsten Warnrufen der Epidemiologen und Spitäler. Aber es ist politisch offenbar der zur Zeit grösste gemeinsame Nenner und entspricht der Ansage des Bundesrates, der am Freitag über schweizweit gültige Massnahmen entscheidet.

Bildungsdirektor Alex Hürzeler und Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati kündigen Anpassungen bei der Covid-Bekämpfung an; Grossratssaal Aarau, 2. Dezember 2021.

Bildungsdirektor Alex Hürzeler und Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati kündigen Anpassungen bei der Covid-Bekämpfung an; Grossratssaal Aarau, 2. Dezember 2021.

Alex Spichale

In der Pandemiebekämpfung hemmen sich Bund und Kantone seit Wochen gegenseitig. Keiner will den grösseren Stein werfen – und vor allem nicht zuerst.

Den Teufel an die Wand malen muss man nicht. Dank Impfung landen trotz höherer Fallzahlen weniger Covid-Patienten im Spital als vor Jahresfrist. Aber es ist wenig realistisch, allein mit Maskentragen und Trinkverbot im Stehen die neue Covid-Welle so zu brechen, dass die Spitäler genügend Luft bekommen.

Die Dynamik der Pandemie wird die neuesten Beschlüsse wohl bald einholen. Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati weist denn auch darauf hin, die jüngsten Massnahmen anzupassen, sobald es die Situation erfordere.

Wir müssen nun nicht gebannt warten, bis drastische Einschränkungen von oben verordnet werden, sondern selber das Mögliche tun. Klar: allem voran impfen, boostern. Aber auch Geimpfte müssen sich nicht um jeden Preis in eine überfüllte Beiz setzen oder sich zur Stosszeit in den Weihnachtsverkauf stürzen, nur weil es erlaubt ist.

Wo der Staat nur beschränkt handelt, ist noch mehr Eigenverantwortung gefragt.

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