Kantonsspital Aarau
Komiker Marco Rima als Praktikant auf der Kinderstation – nicht alles war zum Lachen

Drillinge schöppeln und Verband wechseln. Komiker Marco Rima hatte während seines Einsatzes auf der Kinderstation alle Hände voll zu tun und viel Spass. Die Kinder waren mit dem Praktikanten zufrieden.

Noemi Lea Landolt
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Praktikant Rima im Einsatz auf der Kinderstation
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Dem fünfjährigen Neo durfte Rima den Verband wechseln. Dank vieler Grimassen ging der Verbandwechsel ruckzuck.
"Er hat das sehr gut gemacht", kommentierte Neo später die Arbeit des Praktikanten. Marco Rima bewundert die Tapferkeit und den Humor der Kinder im Spital.
Die zehnjährige Luana war mit Neo im Zimmer. Sie muss alle drei Wochen im KSA vorbeikommen für eine Bluttransfusion.
Der Besuch von Marco Rima war für sie eine willkommene Abwechslung. Zum Abschluss gab es noch ein Foto mit dem Komiker.
Auch bei den kleinsten Patienten schaute Marco Rima vorbei. Auf der Säuglingsstation sind im Moment die Drillinge Loris, Diego und Laura.
Der hungrige Loris bekam seinen Schoppen von Marco Rima.
Und auch dessen Bruder Diego durfte der Komiker schöppeln und herzen.
Marco Rima ist beeindruckt, was das Pflegepersonal und die Ärzte hier jeden Tag leisten.

Praktikant Rima im Einsatz auf der Kinderstation

SEVERIN BIGLER

Nach der Mittagspause steht die «Fütterung der Raubtiere» auf dem Programm. Will heissen: Die Drillinge auf der Säuglingsstation des Kantonsspitals Aarau (KSA) sind hungrig. Den Schoppen bekommen zwei von ihnen am Freitagnachmittag von Komiker Marco Rima. Er war zum 130-Jahr-Jubiläum des KSA einen Tag lang als Praktikant im Einsatz.

«Du hast aber Durst», sagt Rima zum winzigen Diego, der den Schoppen in einem Zug leert. Diego, Laura und Loris sind knapp zwei Monate alt und zu früh zur Welt gekommen. Sie werden auf der Säuglingsstation im KSA überwacht, bis sie genug kräftig sind, um nach Hause zu ihren Eltern zu gehen. Rima nimmt Diego hoch und legt ihn bei sich über die Schulter, damit der Kleine noch rülpsen kann, bevor er Loris schöppelt.

Beeindruckt von der Tapferkeit

Auf der Kinderstation einen Stock tiefer warten die grösseren Patienten. Der fünfjährige Neo musste die Mandeln operieren. In einem Arm steckt immer noch der Zugang für die Infusion. Der rote Verband muss gewechselt werden. Ein Job für Praktikant Rima. «Darf ich das machen?», fragt er. Neo nickt. «Kannst du das? Du bist Praktikant», will dessen Mutter wissen. «Natürlich», antwortet Rima.

Schon beim Pflaster scheitert er. «Ich habe keine Fingernägel.» Pflegefachfrau Susanne Castagna hilft. Neo beobachtet kritisch. «Du musst sagen, wenn es weh macht», sagt Rima dem Patienten. Doch der hat nichts auszusetzen. «Wie ist schon wieder mein zweiter Vorname?», will Rima von Luana wissen, die zusammen mit Neo im Zimmer ist: «Fiiiin!», ruft die Zehnjährige. «Genau.» Und «fein zu sein», ist Programm an diesem Tag auf der Kinderstation.

"Wer zuerst lacht, hat verloren"

Der Verband ist weg: «Du hast aber saubere Fingernägel», sagt Rima. Neo lacht. Susanne Castagna desinfiziert den Zugang zum Schläuchlein der Infusion. Jetzt müssen sie kurz warten. «Schau mich an», sagt Rima zu Neo. «Wer zuerst lacht, hat verloren.» Nach ein paar Sekunden lachen beide. Der neue Verband ist ruckzuck um den Arm gewickelt und Neo sehr zufrieden mit der Arbeit des Praktikanten.

Und auch Rima hat der Tag am KSA gefallen: «Es ist beeindruckend, was das Pflegepersonal und die Ärzte hier jeden Tag leisten», sagt er. «Und wie tapfer die kleinen Patienten sind. Sie nehmen es mit Humor. Das gefällt mir.»

Als ihn das KSA für einen Einsatz angefragt hatte, wünschte er sich die Kinderstation. «Erwachsene klönen zu viel. Ich weiss das aus eigener Erfahrung.»

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