Die Zahlen der Aargauischen Kantonalbank (AKB) fürs letzte Jahr sind erfreulich. Darüber waren sich die Redner der Parteien im Grossen Rat einig. Die Kundengelder wuchsen gegenüber dem Vorjahr von 15,5 auf 17 Milliarden Franken, der Konzerngewinn beträgt gleich wie im Jahr zuvor 99,1 Millionen Franken.

Und der Kanton erhält rekordhohe 77,4 Millionen Franken. Ohne Gegenstimme stimmten die Grossräte denn auch dem Jahresbericht, der Jahres- und der Konzernrechnung 2012 zu.

«Untragbare Risiken»

Mit kritischen Fragen sahen sich die anwesenden Bankratspräsident Dieter Egloff und AKB-CEO Rudolf Dellenbach dennoch konfrontiert. Jean-Pierre Gallati (SVP) und Herbert Scholl (FDP) äusserten Bedenken in Bezug auf die AKB-Tochtergesellschaft, die Privatbank Zürich AG.

«Eine Zwergenbank» nannte sie Gallati. «Sie ist viel zu klein, um rentabel sein zu können.» Zudem befürchtet der SVP-Grossrat aufgrund der Auslandgeschäfte «Risiken, die für eine Staatsbank oder ihre Tochter untragbar sind». Deshalb fordere die SVP, die Liquidation oder den Verkauf der Bank.

Bankrat weist Kritik zurück

FDP-Grossrat Herbert Scholl wollte von den Vertretern der Bank wissen, wie es mit der Privatbank weitergeht, die er als «Klumpfuss» bezeichnete. Ein mässiges Gewinnpotenzial bei einem grossen Risiko attestierte er der Tochtergesellschaft.

Bankratspräsident Dieter Egloff wies die Kritik zurück. Er könne mit gutem Gewissen versichern, dass die Risiken sehr gering seien. Zudem könne die AKB grossen Einfluss auf ihre Tochtergesellschaft nehmen.

USA-Geschäfte auf Null reduzieren

Angesichts der aktuellen Debatte um den Steuerdeal mit den USA wenig erstaunlich kamen im Grossen Rat auch die Übersee-Geschäfte zur Sprache. Herbert Scholl (FDP) wollte wissen, wie die Risiken mit US-Kunden einzuschätzen seien.

CEO Rudolf Dellenbach sagte, die AKB sei dabei, die Zahl der Kunden mit Wohnsitz in den USA auf Null zu reduzieren. Zurzeit seien es noch 39 Konti. Dieter Egli, Präsident der Kommission Volkswirtschaft und Abgaben, bestätigte, dass sich die AKB «seit Anfang 2012 von einem Grossteil der Kunden mit Wohnsitz in den USA getrennt hat».

SP-Grossrätin Viviane Hösli lobte die fast völlig vollzogene Trennung von den USA-Kunden als «konsequentes Bekenntnis zur Steuerehrlichkeit».