Finanzierung
Klingnauer Stausee: Die 2 Millionen Franken für das neue Naturzentrum sind beisammen

Am Klingnauer Stausee entsteht das erste ganzjährig betriebene Infozentrum im Aargau – die Finanzierung steht.

Manuel Bühlmann
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Visualisierung zeigt, wie das Naturzentrum am Klingnauer Stausee aussehen könnte.

Visualisierung zeigt, wie das Naturzentrum am Klingnauer Stausee aussehen könnte.

Zur Verfügung gestellt

Von internationaler Bedeutung ist das Gebiet um den Klingnauer Stausee für die Überwinterung von Wasservögeln und die Rast von Zugvögeln. Über 300 Vogelarten sind hier bereits gesichtet worden. Doch wer sich für die Tiere und das Naturschutzgebiet interessiert, findet am Ufer bislang nur einige Infotafeln und eine Aussichtsplattform. Birdlife Aargau will dies ändern: Geplant ist das erste ganzjährig betriebene Naturzentrum im Aargau.

Visualisierung zeigt, wie das Naturzentrum am Klingnauer Stausee aussehen könnte.

Visualisierung zeigt, wie das Naturzentrum am Klingnauer Stausee aussehen könnte.

Zur Verfügung gestellt

Rund 2 Millionen Franken benötigt der Naturschutzverband für das Projekt, das zusammen mit dem Kanton Aargau und Birdlife Schweiz realisiert wird. Lange sah es danach aus, als könnte die Geldsuche schwierig werden, doch nun steht fest: Sie war erfolgreich. «Die Finanzierung für den Um- und Anbau ist gesichert», bestätigt Kathrin Hochuli, Geschäftsführerin von Birdlife Aargau. Zwei Millionen Franken sind zusammengekommen. «Wir sind hocherfreut.»

Geldsuche läuft trotzdem weiter

Anfang Jahr fehlte noch über eine halbe Million Franken. Dazwischen liegen erfolgreiche Anfragen bei Stiftungen (400 000 Franken) und bei den Sektionen von Birdlife Schweiz (230 000 Franken). Geld gesammelt wird trotzdem noch ein wenig weiter. 200 000 Franken werden zusätzlich für die Ausstellung und die Umgebungsgestaltung benötigt. Hochuli: «Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir auch diesen Betrag bekommen werden.» Dabei helfen sollen Beiträge von Sponsoren, die zum Beispiel einen Teil der Ausstellung finanzieren und im Gegenzug namentlich erwähnt werden.

Der Klingnauer Stausee im Porträt: Die Bevölkerung des Unteren Aaretals weiss nur zu gut, dass man in der Naturperle die Seele baumeln lassen kann.
29 Bilder
Der Klingnauer Stausee aus der Vogelperspektive. Das Naturzentrum ist auf der Kleindöttinger Seite (im Bild links) geplant.
Promotoren des Naturzentrums: Kathrin Hochuli, Geschäftsführerin Birdlife Aargau, Werner Müller, Geschäftsführer Birdlife Schweiz, und Simon Egger, Leiter Sektion Natur und Landschaft beim Kanton Aargau, (v.l.) auf dem Aussichtsturm beim Klingnauer Stausee.
Der Blick über den Klingnauer Stausee von Döttingen her.
Für Vogelkundler (Ornithologen) ist der Klingnauer Stausee ist Begriff – man trifft sie fast täglich hier an.
Zuletzt sorgte der Klingnauer Stausee mehrfach für Schlagzeilen, weil wegen der Verlandung (durch angeschwemmte Sedimente) viel Material ausgebaggert werden soll.
Das Wasserkraftwerk Klingnau: Es produziert pro Jahr durchschnittlich rund 225 Gigawattstunden (GWh) elektrische Energie. Das entspricht dem Verbrauch von 50'000 Haushalten. Es ist im Besitz eines Konsortiums von Axpo und AEW Energie AG.
Blick auf das Vogelparadies Klingnauer Stausee von Kleindöttingen her. Klingnau liegt auf der anderen Seeseite.
Rund um den Klingnauer Stausee mit dem Velo unterwegs – das ist problemlos möglich.
Blick auf den Klingnauer Stausee mit Döttingen (links), Klingnau (Mitte) und dem AKW Leibstadt (im Hintergrund).
Der Klingnauer Stausee gilt als Naturparadies.
Den Weg rund um den Stausee nutzen auch viele Freizeitsportler – gerade an sonnigen Tagen.
Beliebt: Schwände und Enten füttern am Klingnauer Stausee.
Schwäne und Enten auf einer Insel im Klingnauer Stausee.
Zwei junge Rauchschwalben warten einträchtig auf die Mutter mit dem Futter.
Der letzte Atemzug – bevor der kleine Frosch im Rachen des Graureihers verschwindet.
Eine Rostgans geniesst das Bad im Klingnauer Stausee...
..., wie auch dieses Bild zeigt.
Seltener Gast. Ein Löffler rastet am Klingnauer Stausee.
Für seinen Zurzibiet-2015-Kalender hat der Zurzacher Zeichner Andreas Güntensperger dieses Bild vom Klingnauer Stausee mit Döttingen im Hintergrund gezeichnet.
Weisse Pracht: Ein Seidenreiher auf der Jagd am Klingnauer Stausee.
Auf Klingnauer Seite befindet sich das Naturschutzgebiet Machme, wo Wasserbüffel zeitweise leben und grasen.
Ein Alpenstrandläufer am Klingnauer Stausee auf Futtersuche.
Einfach schön: Die Skyline am Klingnauer Stausee.
Eine Anlegestelle mit einem Boot der Klingnauer Pontoniere. Sie trainieren allerdings nicht auf dem Stausee, sondern unterhalb des Wasserkraftwerks.
Eine der vielen gefiederten Schönheiten am Naturparadies: Eine Kolbente (Männchen).
Blick vom Winzerdorf Döttingen auf Reben, Klingnau und den Klingnauer Stausee.
An Silvester findet alljährlich der Gippinger Stauseelauf statt: Hunderte Läufer nehmen jeweils daran teil.

Der Klingnauer Stausee im Porträt: Die Bevölkerung des Unteren Aaretals weiss nur zu gut, dass man in der Naturperle die Seele baumeln lassen kann.

Heute Donnerstagabend lädt Birdlife Aargau Unternehmer und Entscheidungsträger aus der Region auf Schloss Böttstein ein. Unterstützung erhielt Birdlife vom Wirtschaftsforum Zurzibiet, dem Gemeindeverband Zurzibiet Regio und der Bad Zurzach Tourismus AG, die ihre Mitglieder anschrieben. Mit Erfolg: Über 70 Anmeldungen gingen ein. Ohnehin erfuhr das Naturzentrum viel Unterstützung. Gemeinden leisten genauso finanzielle Beiträge wie der Kanton aus dem Swisslos-Fonds und zahlreiche der 15 000 Aargauer Birdlife-Mitglieder. «Wir sind mit unserem Projekt überall auf offene Ohren gestossen», sagt Kathrin Hochuli. Das Ziel des Naturzentrums: informieren und sensibilisieren. Derzeit wird die Ausstellung zur Geschichte und Entwicklung des Klingnauer Stausees sowie den Lebensräumen und dem Vogelzug ausgearbeitet.

Eröffnung frühestens Ende 2018

Das potenzielle Publikum ist gross, 100 000 Besucher zieht der Klingnauer Stausee jährlich an. Birdlife konnte sich ein Grundstück sichern, das direkt am Uferweg liegt. Die Pläne des verantwortlichen Architekten sind schon weit fortgeschritten. Diese sehen einen Holzrahmenbau vor, der an das bestehende Gebäude anschliesst. Neben den beiden Ausstellungsräumen ist ein Schulungsraum geplant, der insbesondere von Klassen benutzt werden kann. Draussen sollen in Zusammenarbeit mit dem Kanton neben einem Rundweg auch zwei Teiche entstehen, wovon einer so gestaltet ist, dass die Schülerinnen und Schüler möglichst nahe ans Wasser kommen, um auch die kleinsten Lebewesen betrachten zu können. Dazu kommt eine Brutwand für den seltenen Eisvogel, der aus einer Holzhütte beobachtet werden kann.

Das Baugesuch liegt noch bis zum 7. November auf. Läuft mit der Baubewilligung alles nach Plan, soll der Spatenstich im Januar erfolgen. Ursprünglich war die Eröffnung für Herbst 2018 geplant. Inzwischen hat sich der Termin nach hinten verschoben, das Naturzentrum wird frühestens Ende 2018 eröffnet.

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