Der Kanton Aargau will den Klimaschutz ernst nehmen. Das Thema wird als Entwicklungsschwerpunkt in den Aufgaben- und Finanzplan aufgenommen, die Regierung erarbeitet einen Massnahmenplan. Das hat eine deutliche Mehrheit des Grossen Rats beschlossen. Ausser die SVP und die EDU haben alle Fraktionen dem Vorstoss der Grünliberalen und zwei Postulaten von SP und CVP und EVP-BDP zugestimmt.

Ohne den «Klimanotstand» auszurufen, zeigt das Parlament Handlungsbereitschaft und anerkennt, dass auch im Aargau die globale Herausforderung Klimawandel angegangen werden muss. Sei dies in der Raumplanung, der Landwirtschaft und dem Gewässerschutz oder sei es in der Förderung des öffentlichen Verkehrs und von Gebäudesanierungen.

Der Beschluss ändert noch nichts am Klima. Aber er erlaubt es, in Zukunft Massnahmen gegen den Klimawandel als Selbstverständlichkeiten zu diskutieren, ohne dass jedes mal wieder die Grundsatzdebatte geführt werden muss. Insofern ist dies ein wichtiger Schritt . Klare Absichten wurden indes gestern keine beschlossen.

Deswegen geht die Diskussion um Klimapolitik weiter, jedes Mal wenn ein Vorstoss für eine konkrete Massnahme auf der Traktandenliste steht. Sobald das Parlament Geld sprechen muss, wird sich zeigen, wie viel Wert das gestrige Bekenntnis der Grossräte und Grossrätinnen zu einer wirksamen Klimapolitik wirklich hat.