Kinder fürs Wandern zu begeistern, das gelingt nicht immer. Die Chancen steigen jedoch erheblich, ködert man die Kleinen mit einem Abenteuer– der Fahrt auf einer Mini-Dampflok etwa. Zumindest in diesem Fall scheint dieses Lockmittel funktioniert zu haben: 204 Leserwanderinnen und Leserwanderer – Rekord bisher dieses Jahr! – wanderten von Schafisheim knapp acht Kilometer nach Staufen und zur dortigen Gartenbahn, rund 70 Kinder inklusive.

So viel Regenbekleidung – und trotzdem kein Regen

Dass der Wetterbericht für diesen Morgen leichten Dauerregen ankündigte war weder für Gross noch für Klein ein Problem: Eingepackt in bunte Regenkleidung, von Gummistiefeln bei den Jüngsten bis zu Regenhüten bei den Ältesten, zeigte sich die Wanderschar perfekt ausgerüstet für einen nassen Tag im Freien. Vergebens: Kaum losgelaufen, verzogen sich die dunklen Wolken für den Rest des Tages. Doch wie sagt man so schön? Hätten wir die Regenschirme zu Hause gelassen, hätte es bestimmt geregnet.


«Pflotsch» gabs trotzdem. Und um Kinderwagenräder, Wanderstock-Spitzen und die etwas weniger wetterfesten Schuhe zu schonen, kürzte Wanderleiter Bernhard Bütler von den Aargauer Wanderwegen die Route kurzerhand ab: Das Quiz zum Bienenweg konnte natürlich trotzdem ausgefüllt werden, doch bei der versprochenen Gartenbahn und ihren Mini-Dampfloks war man etwas schneller.

René Kömeter, Leiter Gartenbahn Staufen

«Mein Lebenswerk»: René Kömeter über die Entstehung der Gartenbahn, die Pflege der Dampf-Loks und alles, was Mini-Zugbegeisterte wissen müssen.


13 Promis in einem Zug

Die Gartenbahn in Staufen also, unser Wanderziel und Rastplatz für den Mittag, erwies sich, kaum angekommen, als Abenteuer nicht nur für die Kinder. Jeder der mitgewanderten Eltern, Grosseltern und sonstigen Erwachsenen, vom Aargauer Nationalrat Beat Flach über «az Nordwestschweiz»-Chefredaktor Patrik Müller bis hin zum Geschäftsführer des Bauernverbands Aargau, Ralf Bucher: Sie alle liessen sich die rund zehnminütige Fahrt auf dem Mini-Zug nicht nehmen – die pfeifende Dampflok (die angeheizt werden müsse wie eine Frau, so René Kömeter, Chef der Anlage), immer voraus. Köder nur für die Kinder? Von wegen.

Das war die 7. Etappe

  • Verirrt Schon am Bahnhof Lenzburg waren die Leserwanderer von Weitem sichtbar. Der Bus nach Schafisheim hatte kaum die Türen geöffnet, als auch schon Dutzende von Wanderern in Funktionskleidung hineinstürmten. Ein Junge hatte sich einen Platz ganz zuvorderst ergattert und wartete gespannt auf die Abfahrt – jedoch im falschen Bus. Er war einen Bus zu früh eingestiegen. Im letzten Moment konnte er noch geholt und im richtigen Bus untergebracht werden.
  • Zeitungswanderer SVP-Grossrat und Gemeindeammann Rolf Jäggi aus Egliswil gestaltete die gestrige Familienwanderung zum 3-Generationentreffen. Mit dabei waren sein Vater, die Schwester, Nichte und Neffe. Ebenfalls im Rucksack, gut sichtbar eingesteckt, war seine Tageszeitung. Jäggi verriet auch, was ihn in der «az» besonders interessiert: «Die Frontseite, der Regionalteil und die Leserbriefe, und zwar in dieser Reihenfolge.»
  • Weinlieferant Bei der Gartenbahn angekommen, überraschte die Gemeinde Staufen die «az»-Wanderer mit einem Apéro. Herangefahren wurde dieser von Gemeinderat Pascal Furer – und wie: Zackig steuerte Furer seinen Traktor mit Anhänger über den Waldweg und parkierte das Gespann mit einem abrupten Stopp direkt vor den Füssen der verdutzten Wanderer. Pascal Furer zeigte gestern nicht nur seine Fahrkünste: Der Schinznacher Saphir Riesling-Sylvaner aus seiner Mosterei Furer kam bei den Wanderern gut an und erhielt viel Lob. Gut gelaunt fuhr Pascal Furer nach dem Apéro ins Dorf zurück. Und das ziemlich zackig. (jgl/str/pi)

Weitere Informationen

Mehr Fotos, Videos und Anekdoten finden Sie übrigens auf unserem Leserwandern-Blog.

Alle Infos zur Gartenbahn Staufen finden Sie hier. 

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