Der Kanton Aargau hält hinter dem Kanton Zürich die zweitgrösste Beteiligung an der Axpo. 28 Prozent sind es insgesamt, 14 direkt und 14 über das Kantonswerk AEW Energie AG. Auch künftig soll die Axpo Holding AG zu 100 Prozent in öffentlicher Hand bleiben. Gleichzeitig will der Konzern mit der Gründung der Tochterfirma Axpo Solutions aber die Tür für private Investoren öffnen, wie er diese Woche gleichzeitig mit den enttäuschenden Jahreszahlen bekannt gab. In die neue Tochterfirma sollen vor allem rentable Geschäftszweige verlegt werden, etwa die neuen Erneuerbaren, aber auch Teile der Wasserkraft. Unter anderem für das Atomgeschäft wird derweil die Axpo Power geschaffen, die zu 100 Prozent Teil der Axpo Holding bleibt.

Investoren können bei der Axpo Solutions voraussichtlich im Jahr 2019 einsteigen. Die Mehrheit der Tochterfirma soll jedoch in Händen der Axpo Holding bleiben, und deren Besitzer - also auch der Aargau - geniessen bei einer allfälligen Kapitalaufstockung ein Vorzugsrecht. Wird der Kanton dieses nutzen? «Wir sind sehr interessiert, allenfalls direkt oder indirekt über das Kantonswerk Beteiligungen zu zeichnen», sagte dazu Baudirektor Stephan Attiger nach Bekanntgabe der Pläne an einer Medienkonferenz. Noch sei aber nichts entschieden. «Die Diskussion steht ganz am Anfang».

Bürgerlicher Widerstand

In seiner eigenen Partei scheint die Meinungsbildung allerdings schon ziemliche weit fortgeschritten zu sein. «Die FDP Aargau warnt davor, weitere Staatsbeteiligungen aufzubauen und wird sich dagegen wehren», teilte sie nach Bekanntgabe der Axpo-Pläne mit. Man habe schon immer vor Staatsbeteiligungen in Bereichen gewarnt, in denen die Aufgaben durch private Unternehmen erfüllt werden könnten: «Schnell kann aus Goldeseln ein unschätzbares Risiko für die Steuerzahler werden.»

Auch von Jean-Pierre Gallati kommt ein klares Nein. Mit ihrem persönlichen Vermögen würden die Regierungsräte in das neue Unternehmen wohl kaum investieren, hält der SVP-Fraktionschef fest, «also sollen sie auch mit öffentlichen Geldern die Hände davon lassen». Auch von der Trennung des Axpo-Geschäfts in zwei Tochterfirmen hält der Grossrat wenig. «Was soll es bringen, einen kranken Unternehmensteil abzuspalten?» fragt er. Die unternehmerische Absicht hinter diesem Schritt sei nicht verständlich - «ich habe den Eindruck, dass der von der Politik dominierte Verwaltungsrat schlicht nicht mehr weiter weiss».

"Wenn das durchkommt ..."

SP-Grossrat Jürg Caflisch sieht derweil durchaus eine Absicht hinter dem Schritt, ist von dieser aber nicht angetan. Die Aufspaltung zeige ein klassisches Muster, so der SP-Grossrat: «Was nicht rentiert, soll der Staat übernehmen während das, was noch lukrativ sein könnte, für private Investoren geöffnet wird.» Als positiv bewertet er allenfalls, «dass die Axpo mit diesem Schritt zeigt, dass sie in den neuen Erneuerbaren die besseren Perspektiven sieht». Die Frage, ob sich der Kanton an einer Kapitalaufstockung beteiligen sollte, lässt Caflisch - da er die neue Struktur als problematisch erachtet - offen. «Wenn das durchkommt, wird man wohl schon investieren», vermutet er. «Die Verluste, die im Bereich der AKW anfallen, können damit aber niemals kompensiert werden.»

Der Grüne Grossrat Hansjörg Wittwer beobachtet die Aufspaltung des Axpo-Konzerns ebenfalls sehr kritisch. Gleichzeitig wünscht er sich aber, dass der Aargau in der geplanten Axpo Solutions eine aktive Rolle spielt. Das heisst: Nach Möglichkeit - die kantonale Finanzlage ist aktuell ja sehr angespannt - soll er investieren.