Talktäglich
Kläger gegen Muslime-Plakat: «Schweinerei und schadet der Demokratie»

Im «TalkTäglich» auf TeleM1 diskutiert der Initiant der Rassismus-Klage wegen dem Muslim-Plakat Matthias Bertschinger mit SVP-Grossrat Andreas Glarner und Saida Keller-Massahli. Die Meinungen könnten unterschiedlicher nicht sein.

Dieter Minder
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Diskutierten über das umstrittenene SVP-Plakat: SVP-Grossrat Andreas Glarner, Matthias Bertschinger, Saida Keller-Massahli und az-Chefredaktor Christian Dorer (von links).

Diskutierten über das umstrittenene SVP-Plakat: SVP-Grossrat Andreas Glarner, Matthias Bertschinger, Saida Keller-Massahli und az-Chefredaktor Christian Dorer (von links).

Screenshot TeleM1

"Das ist eine rassistische Äusserung und darüber muss eine Diskussion stattfinden", antwortete Matthias Bertschinger (Grüne) auf die Frage von az-Chefredaktor Christian Dorer, weshalb er gegen das Plakat geklagt habe.

Kläger Bertschinger diskutierte im «TalkTäglich» mit SVP-Grossrat Andreas Glarner, einem der 16 Angeklagten sowie Saida Keller-Messahli, Präsidentin des Forum für einen fortschrittlichen Islam.

Reichte eine Rassismus-Klage wegen dem SVP-Plakat ein: Matthias Bertschinger

Reichte eine Rassismus-Klage wegen dem SVP-Plakat ein: Matthias Bertschinger

az/TeleM1

Bei seiner Klage gegen das sogenannte Egerkinger Komitee stützt sich Bertschinger auf die Rassismustrafnorm. Nach Glarners Ansicht kann das Plaktat gar nicht gegen die Strafnorm verstossen, weil die Muslime keine Rasse sind.

Das Plakat trage dieselbe Handschrift wie dasjenige der Anti-Minatett-Initiative, führte Saida Keller aus. „In meinem Freundeskreis läuft keine Frau so herum, wie die Frau auf dem Plakat", sagte sie. Die einizige Frau die eine Niqab trage, sei Frau Illi, eine konvertierte Christin."

Plakat ist «clever»

„Es ist fraglich, ob die Strafanzeige Erfolg haben wird", sagte Rassimusexperte Samuel Althof, in einer kurzen Einspielung. Das Plakat werfe die Frage auf, ob bald eine Million Muslime in der Schweiz lebten und behaupte dies nicht: „Das ist eine clevere Art, wie die SVP hier ihre Postulate unter die Leute bringt, ohne strafrechtlich belangt werden zu können."

Die Frage von Dorer, ob sich das Komitee juristisch beraten haben lasse, verneinte Glarner. Für Bertschinger wird hier eine Sugestivfrage gestellt: „Das Inserat schadet der Demokratie, es ist eine Schweinerei."

Für Saida Keller handelt es sich um aggresive und despektierliche Werbung, die nichts mit der Realität zu tun hat.

Streit um Zahlen

Bei der Diskussion um die Zahlen, lagen die Werte sehr stark auseinander. Während Keller-Messahli von aktuell 380 000 Personen sprach, operierten Glarner immer wieder mit «bald 1 Million Muslimen in der Schweiz».

Auf die Frage, von Christian Dorer, wie realistisch diese Zahl sei, sagte Glarner, dass die berechnet worden sei. Für Bertschinger geht es bei seiner Klage nicht um Zahlen, sondern um die Aussage des Plakates.

In einer weiteren Einspielung stellte Politologe Mark Balsiger fest, dass hier das Lager um die Inserten profitieren. „Wenn die Medien etwas transportieren, ist das Gratiswerbung, die eine stärkere Wirkung als Inserate hat." Aus dieser Sicht zeigte sich Glarner dankbar für die Klage von Bertschinger.

Auf die Frage von Dorer, weshalb er die Klage vor und nicht nach der Abstimmung eingereicht hatte, führte Berschinger aus, das Thema sei jetzt aktuell.

„In fünf Tagen werden wir mehr wissen", stellte Christian Dorer abschliessend fest. Am Sonntag wird über die Masseinwanderungsinitiative abgestimmt.

Sehen Sie sich den Talk hier online an.