Farbenchaos
Kippt neuer Regierungsrat Attiger Postauto-Weiss von Vorgänger Peter Beyeler?

Erst ein Drittel der A-Welle-Postautos sind in weiss, der Rest ist noch in gelb. Jetzt will der neue Regierungsrat Stephan Attiger die Farbfrage «nochmals prüfen». Sein Vorgänger Peter C. Beyeler hat die vermeintliche Einheitsfarbe eingeführt.

Hans Lüthi
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Attiger wird entscheiden, ob die A-Welle-Postautos wieder gelb werden oder weiss bleiben.

Attiger wird entscheiden, ob die A-Welle-Postautos wieder gelb werden oder weiss bleiben.

Montage: az

Haben Sie Verständnis dafür, dass das Postauto lieber mit gelben statt weissen Postautos fahren würde?

Stephan Attiger: Dass die Frage der richtigen Farbe der Postautos unsere Bürgerinnen und Bürger beschäftigt, zeigt deutlich, welche hohe Bedeutung und Wertschätzung die Postautos im Aargau haben. Die Farbe weiss begrenzt sich auf das tariflich harmonisierte Gebiet der A-Welle und ist für die Aargauer Bus- und Privatbahnunternehmen verbindlich. Der Entscheid dazu wurde vom Regierungsrat 2006 getroffen. Im Zuge der Aufrüstung der neuen Busse in wenigen Jahren, bin ich aber gerne bereit, die Frage der Vereinheitlichung der Postautos auf gelb nochmals zu prüfen. Offenbar ist auch der Postauto Schweiz AG deren Markenauftritt bei uns im Aargau nicht gleichgültig.

Sorgen Sie dafür, dass bei Neubeschaffungen wieder gelbe Postautos auf den Aargauer Buslinien verkehren?

Wir wollen flexibel sein, die Bedürfnisse der Kunden nehmen wir ernst. Vordringlicher als die Diskussionen über das Design ist aber ein anderes Anliegen: ein dichtes Busangebot auch in Randgebiete zu unterhalten sowie eine möglichst hohe Fahrplanstabilität zu gewährleisten. Angesichts des enormen Verkehrswachstums wollen Zehntausende von Pendlern im Aargau vor allem dies: sicher und rechtzeitig ankommen, und dabei auch noch komfortabel gefahren werden. Die Frage, ob in einem weissen oder gelben Bus kommt dann nachher.

Können Sie die Farbfrage selber entscheiden oder muss das die gesamte Regierung machen?

Das Projekt neues Erscheinungsbild war 2007 Teil des Mehrjahresprogrammes öffentlicher Verkehr, welches vom Grossen Rat beschlossen wurde. Das Projekt wurde unter der Führung vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt geleitet. Inzwischen ist der Tarifverbund A-Welle vom Kanton ausgelagert und verselbstständigt worden. Seit 2011 hat der Verbund A-Welle den Auftrag, die Umsetzung des Erscheinungsbildes weiter umzusetzen. Der Kanton bleibt aber Auftraggeber für das Design. Letztlich liegt der Entscheid bei mir als Vorsteher des Departements. Ich werde mich mit dem Gesamtregierungsrat absprechen.

Wollen Sie die 46 weissen Postautos wieder mit der Markenfarbe gelb neu spritzen lassen?

Es gibt eine rollende Planung; also nur, wenn Postautos umgerüstet oder neue bestellt werden. Unter keinen Umständen würden wir eine Neu-Bespritzung der Busse veranlassen, nur weil das gerade so passt. Das wäre ein nicht sorgsamer Umgang mit Steuergeldern. Erst im Zuge notwendiger technischer Aufrüstungen der Busse oder bei einer Neu-Bestellung käme ein Gelb-Auftritt infrage. Wie viel der gelbe Auftritt der Postauto Schweiz wert ist, werden wir bei der Aushandlung der Leistungsvereinbarung sehen.

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