Bezirksgericht

Kinderpornografie konsumiert und sogar Schulkinder gefilmt: Jetzt steht ein Aargauer Abwart vor Gericht

Ein Abwart steht wegen Kinderpornografie vor Gericht. (Symboldbild)

Ein Abwart steht wegen Kinderpornografie vor Gericht. (Symboldbild)

Ein heute 56-jähriger Mann hatte Kinder in den Umkleidekabinen der Schule in Jonen gefilmt. Der Abwart wurde fristlos entlassen. Der Schock im Dorf sass tief, jetzt muss er sich vor dem Bezirksgericht Bremgarten verantworten.

Der Schock im 2000-Seelen-Dorf Jonen sass tief. Ende 2018 wurde der Leiter Haus- und Werkdienst der Gemeinde fristlos entlassen. Dies, weil er kinderpornografisches Material konsumiert und verbreitet haben soll. Die Polizei war auf den Gemeinderat zugegangen und hatte diesen über die laufenden Untersuchungen gegen den damals 54-Jährigen informiert.

In Jonen wollte man es zuerst gar nicht richtig wahrhaben. Der Abwart war seit 18 Jahren bei der Gemeinde angestellt und im Dorf bekannt und beliebt. «Wir waren vor den Kopf gestossen. Er war ein tadelloser Mitarbeiter», sagte Gemeindeammann Jürg Rüttimann damals.

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Keine Annäherungen oder Übergriffe

Nur zwei Monate nach der Entlassung folgte der nächste Schock: Der Abwart hatte die Schulkinder in den Umkleidekabinen heimlich fotografiert. Das zeigte die Auswertung der beschlagnahmten elektronischen Datenträger. Die Aufnahmen sollen ausschliesslich bekleidete Kinder zeigen. Bei seiner Entlassung hatte der geständige Mann noch versichert, auf dem Schulareal keine Kameras installiert zu haben.

Die Gemeinde hatte die sensiblen Stellen nach der Kündigung des Abwarts überprüfen lassen, jedoch keine Kameras gefunden. Möglicherweise hatte er diese bereits wieder entfernt. Annäherungen oder Übergriffe auf Schulkinder sollen zu keinem Zeitpunkt stattgefunden haben.

Wie lange die Kameras in den Umkleidekabinen hingen und wie der Abwart in seinem Tun bis zur Entlassung unentdeckt bleiben konnte, ist noch unklar. Am Donnerstag muss sich der Mann vor dem Bezirksgericht Bremgarten verantworten. Angeklagt ist er wegen mehrfacher Pornografie und mehrfacher Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte. Bis zum Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

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