Notfallplatzierung

Kinder nach Familiendrama umplatziert: Grossräte haken wegen Kosten nach

Kinderheim Brugg: Hier wurden nach dem Tötungsdelikt von Gipf-Oberfrick drei afghanische Kinder untergebracht, die Kosten führten zu Diskussionen.

Kinderheim Brugg: Hier wurden nach dem Tötungsdelikt von Gipf-Oberfrick drei afghanische Kinder untergebracht, die Kosten führten zu Diskussionen.

Nach einem Tötungsdelikt in Gipf-Oberfrick wurden die drei Kinder der afghanischen Familie im Kinderheim in Brugg untergebracht. Das Drama löst nun einen weiteren politischen Vorstoss aus.

Im März 2017 reichten die SVP-Grossräte Christoph Riner und Tanja Primault-Suter eine Interpellation zu den Kosten von Notfallplatzierungen von Kindern ein. Auslöser waren Zahlen, welche die AZ publik gemacht hatte: Nach dem Tötungsdelikt in Gipf-Oberfrick, bei dem im November 2015 eine Afghanin von ihrem Ehemann erstochen wurde, wurden die drei Kinder im Kinderheim in Brugg untergebracht.

Pro Monat zahlte der Kanton total um die 55 000 Franken. Später wurden die Kinder in einer sozial- und heilpädagogischen Einrichtung im Kanton Solothurn platziert. Dort zahlt der Kanton pro Kind eine Monatspauschale von 8060 Franken, wie der Regierungsrat vor Jahresfrist schrieb. Weiter führte er aus, die Kosten seien in anderen Kantonen «ähnlich hoch», und stellte in Aussicht, Angebote auf mögliche Kosten- reduktionen hin zu prüfen.

Nun haken Riner und Primault nach. Gestern haben sie eine weitere Interpellation eingereicht. Sie wollen wissen, wie man sich auf die Monatspauschale geeinigt habe und ob der Regierungsrat «konkrete Vergleiche» mit anderen Kantonen aufzeigen könne. Weiter gehen sie auf die angekündigte Überprüfung der Kosten ein. «Konnten konkrete Kostenreduktionen erzielt werden?», fragen sie. «Wenn ja, um wie viele Franken konnte die Monatspauschale reduziert werden?»

Falls keine Reduktion erfolgt sei, wollen sie wissen, welche Möglichkeiten seit der Antwort vor einem Jahr überprüft wurden und welches die Erkenntnisse daraus sind. Sie hätten der Regierung vor der neuen Interpellation bewusst «die Möglichkeit und die Zeit» gegeben, um Prüfungen vorzunehmen, sagt Riner. Er sei überhaupt nicht gegen Notfallplätze, das Wohl der Kinder sei in Notsituationen das Wichtigste. Persönlich denke er aber, dass es Sparpotenzial gebe. «Und falls nicht, muss der Regierungsrat erklären, warum nicht.» (mf)

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